Von der Gehirnerschütterung zur Unterstützung von Pogacars Tour-de-France-Sieg in nur zwei Monaten – der britische UAE-Routinier überzeugt weiter
Radsport
Adam Yates gewann bei der Tour de France 2026 keine Etappe, trug kein Trikot und belegte in der Gesamtwertung Rang 21. Trotzdem gehörte er zu den Fahrern, denen Tadej Pogacar nach seinem Alpe-d’Huez-Rekord im Gelben Trikot dankte. In den Tagen zuvor hatte der Brite kaum essen und die Etappen nur mit Mühe beenden können.
Acht Wochen zuvor hatte Yates den Giro d’Italia nach einem Massensturz in Bulgarien mit einem aufgeschlitzten Ohr und verzögerten Symptomen einer Gehirnerschütterung verlassen. Er war als einer der Kapitäne von UAE nach Italien gereist, doch sein Rennen dauerte nur zwei Tage.
Zwischen Giro und Tour bestritt er kein Rennen. Anfang Juli stand er dann in Barcelona am Start, als Teil der achtköpfigen Mannschaft, die Pogacar zum fünften Gelben Trikot verhelfen sollte.
Der Weg von der Untersuchung am Straßenrand nach Paris passt zu dem, was UAE von Yates gewohnt ist. Mit 34 Jahren ist er seit 2023 Pogacars verlässlicher Helfer am Berg und bis Ende 2028 an das Team gebunden. Selten steht sein Name auf den Titelseiten, doch bei den besten Tour-Auftritten des Slowenen war er stets dabei.
2026 gewann Pogacar die Tour mit fünf Etappensiegen. Yates gehörte zu den Helfern, die diesen Erfolg möglich machten – in einer Saison, die Anfang Mai für ihn verloren schien.
Der blutverschmierte und schlammige Adam Yates erreicht nach seinem Sturz auf der 2. Etappe des Giro d'Italia 2026 das Ziel
Von Orica zu INEOS: erst Kapitän, dann Helfer
Yates wurde 1992 in Bury geboren und begann 2014 bei Orica-GreenEDGE seine Profikarriere. Für das australische Team fuhr auch sein Zwillingsbruder Simon. Sein erstes Profirennen war die Tour de San Luis, bei der er Gesamtelfter wurde und die Nachwuchswertung gewann. In seiner ersten Saison siegte er außerdem bei der Türkei-Rundfahrt und beim GP Industria & Artigianato, den er 2017 erneut gewann.
In den folgenden Jahren kamen größere Erfolge hinzu. 2015 gewann er die Clasica San Sebastian, 2016 wurde er Vierter bei der Tour de France und holte das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Sieben Saisons blieb er beim australischen Team, das später Mitchelton hieß. 2020 gewann er die UAE Tour, nachdem er auf der 3. Etappe am Jebel Hafeet mit mehr als einer Minute Vorsprung gesiegt hatte. Dieser Anstieg sollte ihm später als UAE-Fahrer vertraut werden.
2021 wechselte er zu INEOS. Dort gewann er im selben Jahr die Volta a Catalunya und 2022 die Deutschland Tour. Bei der UAE Tour 2022 wurde er Gesamtzweiter, 22 Sekunden hinter Pogacar, der ihn am Schlussanstieg zum Jebel Hafeet schlug. Ende desselben Jahres wechselte Yates zu UAE und arbeitete fortan für eben diesen Fahrer.
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Vier Saisons als Pogacars Helfer
Die Saison 2023 war wohl die beste seiner Karriere. Er eröffnete sie mit einem Etappensieg am Jebel Hafeet und Rang drei bei der UAE Tour, gewann anschließend die Tour de Romandie und wurde Zweiter beim Critérium du Dauphiné. Bei der Tour de France siegte er auf der 1. Etappe in Bilbao, übernahm das Gelbe Trikot und beendete die Rundfahrt hinter Jonas Vingegaard und Pogacar auf Rang drei. Zum Saisonabschluss gewann er den Grand Prix de Montreal.
2024 gewann er die Tour of Oman, darunter die 5. Etappe am Jebel Akhdar, und anschließend die Tour de Suisse mit zwei Etappensiegen sowie den Wertungen für Punkte und Berg. Bei der Tour de France unterstützte er Pogacar an der Seite von Joao Almeida und wurde selbst Gesamtsechster, während der Slowene triumphierte. Im August gewann Yates mit einem Soloangriff die 9. Etappe der Vuelta in Granada.
2025 begann er mit seinem zweiten Sieg in Folge bei der Tour of Oman. Beim Giro wurde er als Helfer von Isaac del Toro Gesamtzwölfter und unterstützte Pogacar anschließend bei dessen erneutem Tour-Sieg. Später sagte Yates, er sei im Sommer nicht in Bestform gewesen, weil er sich durch zu viel Einsatz zu Saisonbeginn „selbst in ein Loch gefahren“ habe. Für 2026 nahm er sich deshalb erneut Giro und Tour vor, diesmal mit einer sorgfältigeren Planung.
In diesen drei Jahren blieb seine Rolle gleich. Als starker Kletterer kann er ein einwöchiges Etappenrennen gewinnen, wenn er freie Fahrt hat. Andernfalls bleibt er Pogacar auch auf den langen Bergetappen bis weit ins Rennen hinein zur Seite. Diese Kombination erklärt, warum UAE ihn bis 2028 verpflichtet hat.
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Von O Gran Camiño zum Giro-Sturz
In den ersten Monaten des Jahres 2026 blieb Yates ohne Sieg, doch im April verbesserte sich seine Form. Bei O Gran Camiño gewann er die 4. Etappe mit einem Angriff 3,8 Kilometer vor dem Gipfel des Alto de Cabeza de Meda. Er kam 46 Sekunden vor Jorgen Nordhagen ins Ziel und übernahm die Führung. Es war sein erster Saisonsieg und die erste Führung in einem Etappenrennen seit seinem Erfolg in Oman ein Jahr zuvor. „Es war ein großartiger Tag … aber auch sehr hart“, sagte er anschließend.
Auf der Schlussetappe, einem weiteren Bergaufziel am Monte Trega, verteidigte er seine Führung und gewann das Rennen vor Nordhagen, dem jungen Norweger von Visma. Drei Wochen später startete er als eine der wichtigsten Optionen von UAE für die Gesamtwertung beim Giro. Almeida hatte sich zuvor wegen eines Virus vom Rennen abgemeldet.
Der Giro begann in Bulgarien. Auf der 2. Etappe stürzten rund 30 Fahrer auf einer rutschigen Abfahrt, 23 Kilometer vor dem Ziel. UAE traf es besonders schwer: Jay Vine und Marc Soler gaben sofort auf, auch Jhonatan Narvaez und Antonio Morgado stürzten. Yates stieg blutverschmiert und voller Schlamm wieder aufs Rad und erreichte das Ziel als 170. mit 13:46 Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe.
Am nächsten Morgen startete er, obwohl seine Hoffnungen auf die Gesamtwertung bereits zunichte waren. Doch Teamarzt Adrian Rotunno verkündete, dass Yates die 3. Etappe nicht in Angriff nehmen würde. Er hatte Schürfwunden und eine Platzwunde am linken Ohr. Obwohl er am Straßenrand zunächst medizinisch freigegeben worden war, traten später „verzögerte Symptome einer Gehirnerschütterung“ auf. Teammanager Mauro Gianetti sagte, man habe Yates verloren, „als er in großartiger Form war“.
UAE setzte das Rennen mit fünf Fahrern fort und gewann vier Etappen: drei mit Narvaez und eine mit Igor Arrieta. Yates konzentrierte sich unterdessen auf seine Erholung und bestritt erst bei der Tour wieder ein Rennen.
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Zurück bei der Tour
UAE gab das Tour-Aufgebot Ende Juni bekannt: Pogacar, del Toro, Yates, Nils Politt, Florian Vermeersch, Tim Wellens, Felix Grossschartner und Brandon McNulty. Für Yates war es die zehnte Tour. Seine Aufgabe kannte er bereits: Pogacar in den Bergen zu unterstützen und in den entscheidenden Momenten zur Stelle zu sein.
Die erste Woche verlief für das Team nach Plan. Pogacar gewann die dritte und die sechste Etappe, die zweite mit großem Vorsprung. Anschließend sprach Yates über die Einstellung seines Kapitäns. „Er kennt es nicht anders“, sagte er. Bei der Tour verbesserte er sich unauffällig in der Gesamtwertung. Nach der zehnten Etappe lag er auf Rang 20. Auf der 15. Etappe, dem Auftakt der Alpenabschnitte, wurde er Neunter und rückte auf Platz 14 vor.
Dann bekam er Magenprobleme. Im Zeitfahren der 16. Etappe belegte er Rang 85. Am folgenden Tag verlor er auf dem Weg nach Voiron den Anschluss ans Peloton. Wellens half ihm, das Ziel innerhalb des Zeitlimits zu erreichen: Am Tag belegte er Rang 162. „Er hat wirklich sehr gelitten“, sagte Pogacar an diesem Abend.
Auf der 19. Etappe von Gap hinauf nach Alpe d’Huez fand Yates zurück zu seiner Form. Er berichtete, dass er vorne Angriffe markiert habe, als sich eine Lücke auftat. So landete er schließlich in der 42 Fahrer starken Ausreißergruppe. Als Pogacar aus der Favoritengruppe angriff, holte er Yates auf halber Höhe des Anstiegs ein. Der Brite spannte sich kurz vor seinen Kapitän, ehe der Gesamtführende die Verfolgung der Ausreißer fortsetzte. Pogacar sagte, „Adam hat mir einen ordentlichen moralischen Schub gegeben“. Anschließend gewann er die Etappe mit einer neuen Bestzeit am Anstieg.
Yates selbst blieb danach zurückhaltend. „Wiedergeboren ist ein starkes Wort“, sagte er und erklärte, dass er weiterhin gelitten habe und selbst das Beenden der Etappen schwierig gewesen sei. Ein anderer Satz brachte seine Gefühle auf den Punkt: „Es ist schön, wieder dabei zu sein.“ Die nächste Etappe nach Alpe d’Huez beendete er auf Rang 37. Auf der Schlussetappe in Paris fuhr er vorne im Peloton, als das Rennen in seine letzte Runde ging. In der Gesamtwertung beendete er die Tour auf Platz 21.
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Ein verlässlicher Teil des Teams
Im September und Oktober stand Yates wieder am Start. Beim Grand Prix de Montreal, den del Toro gewann, wurde er 13. Beim Giro dell’Emilia belegte er Rang acht. Die Erkrankung bei der Tour hatte somit keine bleibenden Folgen. Pogacars Saison endete nach seinem Sturz auf der achten Etappe der Vuelta vorzeitig. Das wichtigste Ergebnis des Jahres hatte UAE zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits bei der Tour erzielt.
Gemessen an seinen eigenen Maßstäben fielen Yates’ Ergebnisse 2026 überschaubar aus: ein Etappenrennen, eine Tour als Helfer und ein Giro, der nach zwei Tagen endete. Doch die Zahlen werden seinem Wert für das Team nicht gerecht. Seit 2023 verbindet er jedes Jahr einige eigene Siege mit seiner wichtigsten Aufgabe für UAE: zur Stelle zu sein, wenn Pogacar in den Bergen einen Helfer braucht.
Sein Vertrag läuft bis Ende 2028. Bei dessen Ablauf wird er 36 Jahre alt sein. Nichts in seiner Saison deutet darauf hin, dass UAE diesen Vertrag bereuen wird.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
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