Mathieu van der Poel hat zum Auftakt der Frühjahrsklassiker bei
Omloop Het Nieuwsblad erneut eine Machtdemonstration abgeliefert. Es war eine der wenigen belgischen Frühjahrsrennen, bei denen er noch nie gestartet war, und er brauchte nur eine Gelegenheit, um es seinem Palmarès hinzuzufügen.
Rutschpartie am Molenberg überstanden
Das Rennen zersplitterte am Molenberg, wo van der Poel nur knapp einem Sturz entging. An zweiter Position fahrend verlor Rick Pluimers den Halt und stürzte direkt vor ihm. Van der Poel blieb trotz eines blitzschnellen Ausweichmanövers auf dem Rad.
„Das ist dort immer eine heikle Stelle“, erklärte
Greg Van Avermaet gegenüber
Wieler Revue. „Bei diesem Wetter weißt du, dass du nicht sofort voll antreten darfst. Pluimers hat daran wohl nicht gedacht. Stark, wie Mathieu sitzen bleibt, denn er lenkt nach rechts, und dort ist es noch rutschiger.“
Van Avermaet, Olympiasieger von 2016, hatte die Strecke in der Woche zuvor gemeinsam mit van der Poel erkundet. Er sagte, sie hätten über die glatten Straßen gesprochen, betonte aber, dass die Linienwahl etwas ist, worauf van der Poel ohnehin immer großen Wert legt.
Mit Blick auf das Rennen zeigte sich Van Avermaet vom Zustand seines Trainingspartners äußerst beeindruckt. „Das war erneut sehr eindrucksvoll, denn es ist immer die Frage, wie du in die Saison zurückkommst“, so Van Avermaet. „Viele glauben, das läuft von selbst, aber er hat wirklich dominiert. Er ist für diese Jahreszeit mehr als scharf. Das siehst du deutlich an Beinen und Rückenpartie.“
Locker am Muur
Später setzte van der Poel seine entscheidende Attacke an der berühmten Muur van Geraardsbergen. Experte
Jan Bakelants gab zu, er habe nicht erwartet, dass der Niederländer
Florian Vermeersch am steilen Anstieg so mühelos abschütteln würde.
„Wobei man ihn in den zwanzig Kilometern davor schon glänzen sah“, bemerkte Bakelants. „Ganz überraschend war es nicht. Am Muur hatte ich nicht den Eindruck, dass er wirklich attackierte. Er war überrascht, dass sofort zehn Meter aufgingen, und erst dann ist er richtig Vollgas gefahren.“
Bakelants sah zudem keinen Formabfall im Vergleich zu van der Poels jüngsten Wintererfolgen. „Wenn ich Van der Poel sehe, sehe ich einen Komplettathleten“, resümierte Bakelants. „Ich habe nicht den Eindruck, dass er schärfer oder weniger scharf ist als vergangenen Monat bei der Cyclocross-Weltmeisterschaft. Wir sahen vor allem einen Van der Poel, der mühelos an der Spitze fuhr. Das entsprach den Erwartungen.“