Ein neues Video vom Straßenrand zeigt den dramatischen Sturz von
Remco Evenepoel auf der
3. Etappe der Katalonien-Rundfahrt 2026 aus bisher ungekannt klarer Perspektive: der Weltmeister überschlägt sich über den Lenker, nachdem er gemeinsam mit
Jonas Vingegaard attackiert hatte.
Straßenrand-Clip von Evenepoels Crash nahe Vingegaard
Was in der TV-Übertragung zunächst chaotisch, aber gewöhnlich wirkte, entpuppt sich aus diesem Winkel als ganz anderes Ereignis. Zu sehen ist, wie Evenepoel bei hoher Geschwindigkeit brutal nach vorn katapultiert wird, als sein Vorderrad abrupt blockiert und er im letzten Kilometer kopfüber auf den Asphalt schlägt.
Der Sturz ereignete sich nur Augenblicke, nachdem Evenepoel und Vingegaard mit einem späten Angriff das Rennen geöffnet hatten. Hinter ihnen zögerte das Feld, die Lücke wuchs, wenn auch knapp.
Mit dem Etappensieg in Reichweite fuhren beide in ein nervöses Finale mit ungleicher Zusammenarbeit, wobei Evenepoel den Großteil der Führungsarbeit leistete.
Ein deutlich heftigerer Sturz als zunächst ersichtlich
Aus dem neuen Blickwinkel werden die Mechanik und Wucht des Sturzes klar. Evenepoel rutscht nicht weg und verliert auch nicht in einer Kurve die Haftung, vielmehr stoppt sein Rad plötzlich und wirft ihn in einer Bewegung über den Lenker. Das erinnert eher an ein Schlagloch oder einen Belagfehler als an einen Fahrfehler.
Die Aufnahmen zeigen, wie wenig Reaktionszeit blieb. Es gibt kaum einen Abfangversuch, nur eine schnelle Vorwärtsrotation und einen harten Aufprall auf die Fahrbahn.
Angesichts von Tempo und Position hätte der Ausgang deutlich schlimmer sein können. Überschläge bei hoher Geschwindigkeit enden oft mit Brüchen oder Kopfverletzungen. Evenepoel konnte jedoch wieder aufsitzen und die Etappe beenden, abgesehen von Schürfwunden relativ glimpflich.
Remco Evenepoel während der 5. Etappe der Katalonien-Rundfahrt 2026
Verpasste Chance nach mutigem Vorstoß mit Vingegaard
Das Timing verstärkt die Bedeutung des Sturzes. Evenepoel hatte die Etappe mit einem langen Angriff belebt, Vingegaard schloss rasch auf. Kurz arbeiteten die beiden Favoriten vor einem zerfallenden Feld zusammen.
Dieser Vorstoß hätte das Gesamtklassement früh im Rennen verschieben können. Stattdessen endete er abrupt in Sichtweite des Ziels. Vingegaard nahm nach dem Sturz raus, das Feld kehrte zurück und sprintete um den Sieg, den schließlich Dorian Godon holte.
Zeit verlor Evenepoel im Gesamtklassement dank der 3-Kilometer-Regel nicht. Dennoch kostete ihn der Sturz eine große Chance auf den Etappensieg und den frühen psychologischen Vorteil gegenüber seinem Rivalen.
Das neu aufgetauchte Material rückt das Geschehen in ein anderes Licht. Aus einem späten Unglück wird eine Hochgeschwindigkeits-Ejektion infolge eines abrupten Momentumverlusts des Rads – und ein Moment, in dem Evenepoel letztlich Glück hatte, unverletzt davonzukommen.