„Schaut euch Pogacars erstes Profijahr an … deren Ergebnisse sind ziemlich vergleichbar“ – Ex-Teamkollege glaubt, dass Paul Seixas Tadej Pogacar „sehr nahekommen“ wird

Radsport
Mittwoch, 08 April 2026 um 16:45
Paul Seixas wins in the yellow jersey
Paul Seixas’ Auftakt zur Baskenland-Rundfahrt 2026 kommt nicht aus dem Nichts. Der 19-Jährige reiste als einer der meistdiskutierten Fahrer der Saison an, doch seine Auftritte in den ersten beiden Etappen haben diesem Ruf Substanz verliehen und Vergleiche mit Tadej Pogacar in den Vordergrund gerückt.

Paul Seixas’ Durchbruch bei der Baskenland-Rundfahrt 2026

Im Gespräch mit Sporza machte Ex-Teamkollege Milan Donie klar, dass dieses Niveau aus seiner Sicht schon lange absehbar war. „Schon im Nachwuchsbereich war deutlich, dass das kommen würde“, sagte er.
Wir blicken zurück in den Winter 2022–2023, als Seixas außerhalb französischer Kreise noch weitgehend unbekannt war und erstmals zum Juniorenaufbau von AG2R stieß. Selbst in diesem Umfeld, erinnert sich Donie, zeichnete sich schnell eine klare Hierarchie ab.
„Leo Bisiaux war damals der große Name im Team, aber schon als Jungjahrgang fuhr Paul bessere Testwerte als Leo“, erklärte er. „Schon damals war er zahlenmäßig mit Abstand der Stärkste. Es war bereits klar, dass das kommen würde.“

Baskenland-Auftritte befeuern den Pogacar-Vergleich

Neu in dieser Woche ist nicht das Potenzial, sondern das Niveau, auf dem es nun sichtbar wird. Gegen ein Feld mit etablierten WorldTour-Namen hat Seixas nicht nur mitgehalten, sondern entscheidende Lücken gerissen. „Ich war schockiert, als ich sah, was er gestern im Baskenland gemacht hat“, gab Donie zu. „Das sind keine kleinen Namen, die er schlägt, mit Del Toro, Roglic, Lipowitz, Ayuso…“
Diese Namen und die Abstände zwischen ihnen haben den Pogacar-Vergleich von einer langfristigen Projektion zu einer aktuellen Debatte gemacht. „Schauen Sie auf Pogacars erstes Profijahr; ihre Resultate sind ziemlich vergleichbar“, sagte er.
Donie sieht die Kurve weiter steil nach oben zeigen. „Ich denke sogar, dass er jetzt schon nahe heranrückt“, fügte er an. „Bei Strade Bianche lag Del Toro noch zwischen ihm und Pogacar, was eine Lücke schuf. Er kam trotzdem fast zurück.“
Mit Blick nach vorn verweist er auf die natürliche Entwicklung von Fahrern dieses Kalibers. „Man weiß, dass er nur stärker werden wird“, sagte Donie. „Pogacar musste 2020 auch noch hinter Roglic sitzen. Ich denke, er wird ihm am Ende sehr nahekommen.“
Paul Seixas im Gelben Trikot bei der Baskenland-Rundfahrt 2026
Paul Seixas im Gelben Trikot bei der Baskenland-Rundfahrt 2026

Mentalität hinter dem Aufstieg

Diese Entwicklung basiert nicht nur auf Zahlen, sondern auf der Herangehensweise. Schon im Nachwuchs hebt Donie eine mentale Reife hervor, die Seixas von Gleichaltrigen abhob. „Ich fand ihn immer sehr reif, sehr ruhig“, sagte er. „Er schaute nie auf andere herab. Obwohl er mit Abstand der Beste war, verhielt er sich nie arrogant.“
In seinen Juniorenjahren übersetzte sich diese Haltung in einen klaren Sprung bei Ehrgeiz und Einsatz. „Da wurde ihm bewusst: Ich kann es als Radprofi schaffen“, erklärte Donie. „Danach gab er alles.“
Dieser Einsatz zeigt sich in seiner Trainingsweise im Vergleich zu Gleichaltrigen. „Das führt dazu, dass er manchmal verrückte Dinge macht“, sagte er. „Auf Strava sieht man, dass er in der Off-Season eine achtstündige Ausfahrt macht, während die meisten das Rad eher beiseiteschieben. Das ist Paul.“
Da seine Entwicklung bereits an den größten Maßstäben des Sports misst und die Resultate dies nun auf WorldTour-Niveau untermauern, ist der Vergleich mit Pogacar nicht mehr theoretisch. Er wird Teil der aktuellen Erzählung um Seixas – und dürfte mit dem Fortgang der Saison weiter wachsen.
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