Die Nominierten für den
Velo d'Or 2026 stehen fest. Am 28. November werden die begehrten Auszeichnungen für die besten Radsportlerinnen und Radsportler des Jahres vergeben. Jeweils zehn Profis haben es in die engere Auswahl geschafft. Bei den Männern gehören
Tadej Pogacar,
Remco Evenepoel,
Mathieu van der Poel, Wout Van Aert und Jonas Vingegaard zu den prominenten Kandidaten. Bei den Frauen führt
Demi Vollering das Feld an. Aus deutscher Sicht sorgt vor allem die Nominierung von Antonia Niedermaier für Aufmerksamkeit.
Überraschend ist dagegen das Fehlen von Franziska Koch. Die Deutsche gewann 2026 mit Paris-Roubaix Femmes eines der prestigeträchtigsten Eintagesrennen des Frauenradsports, wurde bei der Wahl jedoch nicht berücksichtigt. Während Niedermaier zu den zehn Kandidatinnen zählt, fehlt auch die Siegerin von Milano-Sanremo Donne, Lotte Kopecky. Die größten Chancen auf die Auszeichnung werden allerdings zwei anderen Fahrern eingeräumt: Pogacar und Vollering haben die Saison trotz unterschiedlicher Herausforderungen mit außergewöhnlichen Erfolgsbilanzen geprägt.
Tadej Pogacar trotz Verletzung der große Favorit auf den Velo d'Or
Bei den Männern führt kaum ein Weg an Tadej Pogacar vorbei. Obwohl eine Verletzung sein Saisonfinale vorzeitig beendete, kann der Slowene auf eine beeindruckende Bilanz mit mehr als 20 Siegen zurückblicken. Besonders bemerkenswert ist dabei die Vielfalt seiner Erfolge, die von den großen Landesrundfahrten bis zu den anspruchsvollsten Klassikern reicht.
Tadej Pogacar geht als haushoher Favorit in die Wahl zum Velo d'Or 2026. Trotz seines verletzungsbedingten Saisonendes feierte der Slowene mehr als 20 Siege, darunter seinen Triumph bei der Tour de France sowie Erfolge bei Milano-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Liege-Bastogne-Liege.
Pogacar gewann erneut die Tour de France und setzte sich außerdem bei Milano-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Liege-Bastogne-Liege durch. Hinzu kamen Triumphe bei Strade Bianche, der Tour de Suisse und der Tour de Romandie. Mit dieser Erfolgsserie hat er sich eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen, um den Velo d'Or 2026 zu gewinnen.
Deutlich offener erscheint dagegen das Rennen um die weiteren Spitzenplätze. Enric Mas gehört nach seinem Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana zu den Nominierten. Auch Jonas Vingegaard darf sich Hoffnungen machen. Der Däne gewann den Giro d'Italia und war zudem bei Paris-Nice und der Volta a Catalunya erfolgreich.
Mit Felix Gall steht ein weiterer herausragender Rundfahrer auf der Kandidatenliste. Der Österreicher erreichte sowohl beim Giro d'Italia als auch bei der Vuelta a Espana einen Podiumsplatz und empfahl sich damit für die prestigeträchtige Auszeichnung.
Evenepoel, Seixas und McNulty: Auch die Konkurrenz hat starke Argumente
Remco Evenepoel zählt ebenfalls zu den zehn Nominierten. Der Belgier verteidigte seinen Titel als Weltmeister im Einzelzeitfahren und überzeugte darüber hinaus mit mehreren bedeutenden Siegen. Dazu gehörten Etappenerfolge bei der Tour de France sowie Triumphe bei der Clasica San Sebastian, dem GP de Quebec und dem Amstel Gold Race.
Mit Paul Seixas hat es zudem eines der größten Nachwuchstalente des internationalen Radsports auf die Liste geschafft. Der junge Franzose krönte seine Saison mit dem Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt. Zuvor hatte er bereits bei Liege-Bastogne-Liege und Strade Bianche seine Klasse bewiesen, als er jeweils hinter Pogacar den zweiten Platz belegte.
Brandon McNulty verdankt seine Nominierung insbesondere seinem Weltmeistertitel im Straßenrennen bei der Radsport-WM in Montreal. Auch Isaac del Toro gehört zum Kreis der Kandidaten. Der Mexikaner gewann bei der Tour de France das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers und sicherte sich darüber hinaus die Gesamtsiege bei der UAE Tour, Tirreno-Adriatico und der Tour Auvergne-Rhone-Alpes.
Die beiden verbleibenden Plätze gehen an zwei der bekanntesten Klassikerspezialisten des Pelotons. Wout Van Aert feierte mit seinem Triumph bei Paris-Roubaix einen seiner größten Karriereerfolge. Bei der Vuelta a Espana gewann der Belgier außerdem mehrere Etappen und sicherte sich das Grüne Trikot der Punktewertung.
Mathieu van der Poel komplettiert das zehnköpfige Kandidatenfeld. Der Niederländer gewann zwar eine Etappe bei der Tour de France, blieb bei seinen wichtigsten Saisonzielen auf dem Kopfsteinpflaster jedoch ohne den erhofften Sieg. Dennoch gehört auch er zu den Nominierten für den Velo d'Or 2026.
Nominierte Männer für den Velo d'Or 2026
| Name |
| Isaac del Toro |
| Remco Evenepoel |
| Felix Gall |
| Enric Mas |
| Brandon McNulty |
| Tadej Pogacar |
| Paul Seixas |
| Wout Van Aert |
| Mathieu van der Poel |
| Jonas Vingegaard |
Demi Vollering dominiert die Frauenkategorie – Niedermaier unter den Nominierten
Bei den Frauen gilt Demi Vollering als ebenso klare Favoritin wie Pogacar bei den Männern. Die Niederländerin gewann 2026 sowohl die Tour de France Femmes als auch den Giro Donne und sicherte sich darüber hinaus zahlreiche weitere Siege. Mit den Titeln bei der Radsport-WM und der Europameisterschaft unterstrich sie ihre Ausnahmestellung im internationalen Frauenradsport.
Trotz Vollerings beeindruckender Bilanz haben sich mehrere Konkurrentinnen mit herausragenden Leistungen für die Auszeichnung empfohlen. Lorena Wiebes bestätigte ihre Position als eine der dominierenden Sprinterinnen des Pelotons und sammelte über die gesamte Saison hinweg zahlreiche Erfolge.
Auch Marlen Reusser gehört zu den aussichtsreichen Kandidatinnen. Die Schweizerin gewann sowohl bei der Radsport-WM als auch bei der Europameisterschaft den Titel im Einzelzeitfahren. Darüber hinaus feierte sie Siege bei Dwars door Vlaanderen und der Tour de Suisse, wo sie sich gegen Vollering durchsetzen konnte.
Einen bemerkenswerten Durchbruch erlebte Paula Blasi. Die Spanierin gewann die Gesamtwertung der Vuelta Femenina und setzte mit ihrem Triumph beim Amstel Gold Race Ladies ein weiteres Ausrufezeichen. Damit etablierte sie sich endgültig unter den stärksten Fahrerinnen des internationalen Pelotons.
Franziska Koch fehlt trotz Paris-Roubaix-Triumph – Antonia Niedermaier vertritt Deutschland
Aus deutscher Sicht fällt die Nominierung von Antonia Niedermaier besonders positiv auf. Die Rundfahrerin gehört zu den zehn Kandidatinnen und erhält damit Anerkennung für ihre Leistungen in der Saison 2026. Vor allem bei der Tour de France Femmes hatte sie überzeugt: Niedermaier belegte den vierten Platz der Gesamtwertung und gewann das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.
Umso überraschender ist, dass Franziska Koch bei der Wahl nicht berücksichtigt wurde. Die Fahrerin von FDJ United - SUEZ gewann im Frühjahr Paris-Roubaix Femmes und feierte damit einen der größten Erfolge ihrer Karriere. Trotz dieses prestigeträchtigen Monument-Sieges schaffte sie es nicht unter die zehn Nominierten.
Auch Lotte Kopecky fehlt auf der Liste. Die Belgierin hatte mit Milano-Sanremo Donne ebenfalls eines der bedeutendsten Eintagesrennen des Jahres gewonnen, wurde aber ebenso wenig berücksichtigt wie Koch.
Das Kandidatinnenfeld komplettieren Juliette Berthet, Kim Le Court, Elisa Longo Borghini, Katarzyna Niewiadoma und Anna van der Breggen. Gemeinsam mit Vollering, Wiebes, Reusser, Blasi und Niedermaier bilden sie die zehn Nominierten für den Velo d'Or der Frauen.
Damit verspricht die Preisverleihung am 28. November vor allem bei der Frage nach den weiteren Spitzenplatzierungen Spannung. Tadej Pogacar und Demi Vollering gehen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Saisonbilanzen als klare Favoriten ins Rennen. Aus deutscher Sicht bleibt die Nominierung von Antonia Niedermaier ein besonderer Erfolg – während die Nichtberücksichtigung von Paris-Roubaix-Siegerin Franziska Koch zu den auffälligsten Entscheidungen bei der diesjährigen Auswahl zählt.
Nominierte Frauen für den Velo d'Or 2026
| Name |
| Juliette Berthet |
| Paula Blasi |
| Kim Le Court-Pienaar |
| Elisa Longo Borghini |
| Antonia Niedermaier |
| Katarzyna Niewiadoma-Phinney |
| Marlen Reusser |
| Anna van der Breggen |
| Demi Vollering |
| Lorena Wiebes |