Das
UCI-Managementkomitee hat eine Reihe bedeutender Reglementreformen zu Material, Fahrersicherheit und dem Gelbkartensystem verabschiedet. Die Neuerungen werden in den kommenden Saisons schrittweise eingeführt, die ersten Änderungen greifen bereits im nächsten Monat.
Das Verbot von Fronttaschen am Trikot (wirksam ab 01.07.2026)
In einem sofortigen Schritt gegen aerodynamische Schlupflöcher untersagt die UCI ab dem nächsten Monat komplett frontseitig angebrachte Trikottaschen. Der Verband stellte fest, dass Teams interne Fronttaschen mit Verpflegungsprodukten füllen, um gezielt das Frontalprofil der Fahrer zu verändern und einen aerodynamischen Vorteil zu erzielen.
Die UCI argumentierte, diese Praxis verletze die sportliche Fairness und berge Sicherheitsrisiken, weil sie die Renngeschwindigkeiten erhöhe. „Die Nahrungsprodukte wurden in der Regel nicht konsumiert, da sie unter Rennbedingungen äußerst schwierig oder sogar unmöglich zugänglich waren. Diese Taschen führen zu erheblichen Veränderungen der Körperform der Fahrer“, erklärte die UCI in einer
offiziellen Mitteilung.
Künftig sind Taschen ausschließlich auf der Rückseite des Trikots erlaubt, mit einer Ausnahme. „Jegliche auf der Vorderseite eines Trikots positionierte Tasche ist verboten, mit Ausnahme einer möglichen Tasche, die ausschließlich zum Verstauen eines Funkgeräts vorgesehen ist.“
Begrenzung der Radcomputer-Abmessungen (wirksam ab 01.01.2028)
Mit Blick nach vorn reguliert die UCI die physische Größe bordseitiger Elektronik. Ab 2028 sind Radcomputer auf maximale Abmessungen von 126 mm mal 71 mm begrenzt. Die UCI begründet dies mit psychischer Belastung und Ablenkung durch übermäßige On-Screen-Daten.
„Mehrere Studien haben gezeigt, dass das wachsende Datenvolumen, das Fahrern im Wettkampf zur Verfügung steht, zu einer erhöhten kognitiven Arbeitsbelastung beitragen kann, einem Schlüsselfaktor für das Auftreten von Unfällen. Die Begrenzung der Größe von Radcomputern soll einer übermäßigen Zunahme der verfügbaren Daten während der Rennen vorbeugen, die die Sicherheit der Fahrer erheblich beeinträchtigen könnte.“
Danny van Poppel erhielt 2025 vier Gelbe Karten
Ausbau des Gelbkartensystems und Gefahrenhinweise
Die UCI kündigte außerdem eine breitere Einführung ihres umstrittenen Gelbkartensystems an. Nach Rückmeldungen aus dem Test in WorldTour und ProSeries wird das System zu Beginn der Saison 2027 auf Elite-Männer- und -Frauenrennen der Kategorie 1 ausgeweitet.
Ähnlich wie im Fußball ahnden Kommissäre gefährliche Vergehen, die die Sicherheit des Pelotons gefährden, mit Gelben Karten. Das System basiert auf einem kumulativen Strafschema. Zwei Gelbe Karten in einem Eintagesrennen oder in einer einzelnen Etappe führen zur sofortigen Disqualifikation und automatisch zu einer siebentägigen Sperre. Karten summieren sich über festgelegte Zeiträume und lösen für Wiederholungstäter mehrtägige Sperren aus.
„Dieses System zielt darauf ab, die Sicherheit zu verbessern, indem es die Verantwortlichkeit der verschiedenen am Rennen beteiligten Personen erhöht“, erklärte die UCI. „Auch wenn die Anhäufung von Gelben Karten kurzfristige Sperren nach sich ziehen kann, ist das Ziel des Systems vor allem, potenziell gefährliches Verhalten zu verhindern.“
Zusätzlich führt die UCI standardisierte Gefahrensymbole über den internationalen Kalender hinweg ein. „Diese neuen Sicherheitspiktogramme, die gefährliche Punkte signalisieren (z. B. Fahrbahnverengungen, scharfe Kurven, Bodenschwellen, Bahnübergänge etc.), werden ab der nächsten Saison von den Rennveranstaltern eingeführt und bieten den Fahrern ein einheitliches Sicherheitsleitsystem bei Veranstaltungen im gesamten internationalen Kalender.“