Die
Tour de France 2028 wird eine besondere Ausgabe: Der Start ist für den 24.06. angesetzt, deutlich früher als üblich im Juli und so früh wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Schritt soll Überschneidungen mit den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles vermeiden, doch die Kalenderverlegung dürfte negative Folgen für den Giro d’Italia haben.
Da die Spiele am 14.07. beginnen, wird die Tour-Vorbereitung der Fahrer trotz des vorgezogenen Starts stark tangiert. Beim Chef der Corsa Rosa stößt die Entscheidung auf wenig Gegenliebe.
Der Giro beginnt traditionell Anfang Mai und endet Ende des Monats. Die Veranstalter RCS Sport drängen seit Langem bei der
UCI darauf, das Rennen um rund eine Woche vorzuverlegen – aus mehreren Gründen, vor allem wegen günstigerer Wetterfenster, nachdem Hochgebirgsetappen über Jahrzehnte immer wieder beeinträchtigt wurden.
RCS-Sport-CEO Paolo Bellino kritisierte jedoch die ASO, Organisatorin der Tour de France, scharf dafür, die Ankündigung einseitig und vor Bestätigung des UCI-Weltkalenders 2028 getroffen zu haben.
„Unangemessene“ Ankündigung
„Ich halte es für unangemessen, dass die Tour ihr Startdatum verkündet, ohne es in einen von der UCI genehmigten internationalen Kalender einzubetten“,
sagte Bellino gegenüber Domestique.Bellino betonte, der Giro könne sein Startdatum keinesfalls weiter nach hinten schieben: „Im Moment bewegen wir uns nicht, weil wir in dem Slot sind, in dem wir immer waren, und wir können ganz sicher nicht in den April ausweichen.“
„Mit den Olympischen Spielen in diesem Jahr brauchen wir eine Einigung über einen umfassenden internationalen Kalender und nicht einen, der sich nur um die Tour de France dreht. Eine solche Ankündigung zu machen, ohne sie zuerst auf internationaler Ebene abzustimmen, ist etwas ungewöhnlich.“
Bellino hofft auf Einigung zum Giro-Startdatum
Gleichwohl zeigt sich Bellino zuversichtlich, dass der Giro-Start verschoben werden kann – idealerweise so, dass das Rennen den italienischen Nationalfeiertag Festa della Repubblica am 02.06. einschließt.
„Wir wissen seit Längerem, wann die Olympischen Spiele sind, aber wir wollen den Giro ebenfalls um eine Woche nach hinten verlegen. Dann lägen nur zwei Wochen zwischen Giro und Tour.“
„Wir haben die UCI erneut gebeten, den Giro eine Woche später starten zu lassen, und wir wollen das ab 2027 umsetzen“, ergänzte Bellino. „Über 2028 haben wir noch nicht gesprochen, derzeit geht es nur um 2027, aber der Antrag liegt vor. Ich bin sehr zuversichtlich, denn man signalisiert uns seit Jahren Zustimmung. Hoffen wir, dass wir es nächstes Jahr umsetzen können.“