Der Weltradsportverband
UCI hat den Lizenzstreit endgültig entschieden - mit weitreichenden Folgen für Fälle wie den von
Carlos Verona. Die internationale Instanz stellt unmissverständlich klar: Fahrer müssen ihre Lizenz im Land ihres Wohnsitzes lösen und können nicht auf Alternativen wie eine Ausstellung im Herkunftsland ausweichen.
Mit dieser Entscheidung stärkt die UCI die Position der
Andorran Cycling Federation und schließt gezielt Schlupflöcher, die einige Profis während des Konflikts genutzt hatten.
Wie der Streit um die Lizenzregelung entstand
Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem andorranischen Verband beantragte Verona seine Lizenz in Spanien. Für ihn war das eine bewusste Reaktion auf Differenzen über neue finanzielle Vorgaben in Andorra.
Carlos Verona, Fahrer von LIDL-Trek
Die UCI macht jedoch klar, dass solche Schritte keine Grundlage mehr haben. Entscheidend ist ausschließlich der Wohnsitz - unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Diese klare Auslegung stärkt die Position des andorranischen Verbands und entzieht alternativen Modellen die Legitimation.
Auslöser des Konflikts waren Änderungen innerhalb des Verbands. Zunächst führte man eine rückzahlbare Kaution von über 8.000 Euro ein, die als Absicherung für mögliche Dopingfälle dienen sollte. Nach deutlicher Kritik aus dem Peloton wandelte der Verband diese Regelung in eine erhöhte Lizenzgebühr um, die die bisherigen Kosten verdoppelte.
Verona gehörte zu den deutlichsten Kritikern dieser Maßnahmen. Seine ablehnende Haltung spiegelte eine breitere Unzufriedenheit unter in Andorra lebenden Profis wider und führte zu einer klaren Distanz zum Verband.
UCI schafft Klarheit und beendet Interpretationsspielraum
Die UCI lässt in ihrer Entscheidung keinen Raum für Interpretationen. Die Pflicht, die Lizenz im Land des Wohnsitzes zu lösen, gilt uneingeschränkt. Gleichzeitig bestätigte der Verband alle bereits für die Saison 2026 ausgestellten Lizenzen - auch jene, die noch nach dem bisherigen Verfahren vergeben wurden.
Im Zuge der Überprüfung stellte die UCI zudem fest, dass mehr als ein Dutzend in Andorra lebender Profis nicht beim lokalen Verband registriert war. Dieser Punkt dürfte nach der Entscheidung nun verstärkt in den Fokus rücken.
Klare Botschaft an das Peloton
Mit diesem Beschluss beendet die UCI nicht nur den konkreten Streit, sondern sendet auch ein deutliches Signal an das gesamte Peloton: Der Lizenzort ist nicht frei wählbar.
Für Fahrer wie Verona verändert sich die Ausgangslage grundlegend. Die Regel ist eindeutig - wer in einem Land lebt, fährt unter dessen Lizenz.