Mailand-Sanremo steht vor der Tür - ein Rennen, in dem Kletterstärke und Ausdauer ebenso entscheidend sind wie perfekte Positionierung. Selbst Teams, die das Rennen bergauf entscheiden wollen, benötigen daher Klassiker-Spezialisten und robuste Helfer. Beim
UAE Team Emirates - XRG könnte
Tadej Pogacar besonders von der Präsenz von
Florian Vermeersch profitieren.
Das Team hat sein Aufgebot für das erste Monument der Saison bestätigt. Isaac del Toro, Jan Christen und Brandon McNulty sollen als Schlüsselfahrer die Cipressa maximal hart machen, wo Pogacar seinen Angriff plant.
Vermeersch als Schlüsselspieler im Kampf um die Position
Vermeersch bringt die körperlichen Voraussetzungen mit, um in diesem Rennen eine zentrale Rolle zu spielen. Entscheidend ist jedoch die Positionierung vor der Cipressa - genau dort liegt sein Hauptauftrag. Der Anlauf ist technisch anspruchsvoll und extrem schnell, am Fuß des Anstiegs wartet eine Engstelle, und bereits zu Beginn des Bergs ist mit Attacken zu rechnen. Die ersten Minuten verlaufen meist im anaeroben Bereich.
Tadej Pogacar im Fokus - bei Mailand-Sanremo setzt der Weltmeister auf perfekte Positionierung und ein starkes Team im entscheidenden Moment
„Ich bin Sanremo erst einmal gefahren, und am Freitag bin ich alleine nach Italien gefahren, um mir den Anlauf mit den Capi wieder fest einzuprägen“, erklärte Vermeersch gegenüber
Het Laatste Nieuws. „Was die PS angeht, stehen wir der Auswahl vom Vorjahr nicht nach. Wir müssen mit nicht weniger Selbstvertrauen an den Start treten.“
Der Ausfall von Tim Wellens und Jhonatan Narvaez wiegt schwer. Beide spielten 2025 eine wichtige Rolle auf der Cipressa für Pogacar. Das Team hat versucht, diese Lücke intern zu schließen, doch ob die Strategie unverändert bleibt, wird sich erst im Rennverlauf zeigen.
„Ich kann unsere Taktik nicht verraten, aber es ist kein großes Geheimnis, dass meine Rolle darin besteht, Tadej und unsere Kletterer über die ersten Capi und zum Fuß der Cipressa in eine starke Position zu bringen. Danach muss unser Kletterzug fliegen“, sagte Vermeersch.
Wetter und Cipressa als entscheidende Faktoren
Der Belgier hofft zudem auf passende Bedingungen. Ohne günstigen Wind wird es deutlich schwieriger, das Rennen so selektiv zu gestalten wie im Vorjahr. „Wenn man das Rennen hart machen will, ist Rückenwind ideal, weil Fahrer im Windschatten weniger Vorteil haben. Vielleicht dreht er in die richtige Richtung.“
Die Cipressa bleibt der Schlüssel zum Rennen. Der Poggio ist nicht steil genug, um einen Fahrer wie Mathieu van der Poel entscheidend abzuschütteln, da er auf flacheren Rampen nahezu gleich stark klettert. Die vorletzte Steigung des Tages liegt jedoch nah genug am Ziel, um dort eine entscheidende Lücke zu reißen.
Deshalb lautet die zentrale Aufgabe: maximale Geschwindigkeit. Idealerweise schneller als im Vorjahr. „Das ist sehr gut möglich. Wir werden alles tun, um Tadej in eine Top-Position zu bringen, und dann sprechen seine Beine und unsere Taktik. Ich kann nur sagen: Ich habe diese Woche ein paarmal mit Tadej trainiert, und er ist heiß wie Frittenfett“, bestätigte Vermeersch.