UAE-Teamchef Mauro Gianetti: „Wir haben 365 Tage auf diesen Moment gewartet"

Radsport
Samstag, 21 März 2026 um 17:27
pogacar gianetti
Das Warten, der Druck und die wiederholten Beinahe-Erfolge wichen auf der Via Roma, als Tadej Pogacar sich den lange verpassten Sieg bei Milano-Sanremo sicherte.
Für UAE Team Emirates war dies nicht einfach ein weiterer Monumente-Erfolg. Es war das Ende einer Geschichte, die sich über Jahre aufgebaut hatte, in denen Pogacar das Rennen regelmäßig entflammte, ohne diese Aggressivität in einen Sieg umzumünzen.
Am Samstag änderte sich das.
Und für Teamchef Mauro Gianetti war die Emotion des Moments unübersehbar. „Heute Morgen habe ich gesagt, wir warten seit 365 Tagen auf diesen Moment, und endlich haben wir es geschafft“, sagte er nach dem Ziel im Gespräch mit TNT Sports.

Ein Durchbruch aus Beharrlichkeit

Milano-Sanremo hat im Radsport einen besonderen Platz, sowohl in seiner Geschichte als auch wegen der Schwierigkeit, die es selbst den stärksten Fahrern abverlangt.
Pogacar hatte sich bereits bei Grand Tours und Monumenten bewiesen, doch Sanremo blieb unerledigt. Seine Unberechenbarkeit und das fein austarierte Finale hatten ihn wiederholt gestoppt, selbst wenn er der stärkste Fahrer im Rennen schien.
Genau das macht diesen Sieg anders. „Alle Champions träumen davon, dieses Rennen zu gewinnen – wegen seines Platzes in der Geschichte“, ergänzte Gianetti. „Es im Palmarès zu haben, ist riesig.“

Sturz, Rückkehr und Kontrolle an der Cipressa

Der Sieg war kein Selbstläufer. Pogacars Rennen geriet auf dem Anlauf zur Cipressa in Gefahr, als ein schwerer Sturz das Feld durcheinanderbrachte und ihn ausgerechnet im ungünstigsten Moment zum sofortigen Nachsetzen zwang. Mehrere Mitfavoriten waren betroffen, sodass der Anlauf zum Anstieg ebenso zu einem Test der Erholung wie der Positionierung wurde.
Wo das Rennen entgleiten konnte, übernahm Pogacar stattdessen das Kommando. Nach dem Wiederanschluss attackierte er auf der Cipressa mehrfach, erzwang eine Selektion und formte das Rennen neu.
Nur Tom Pidcock konnte auf dem Poggio mitgehen, als das Tempo erneut anzog und sich die entscheidende Bewegung bildete. Der Sieg wurde zum Duell.

Pogacar liefert, wenn es am meisten zählt

Von dort an wurde das Finale zur Präzisionsarbeit. Pogacar und Pidcock arbeiteten zusammen, um die Verfolger auf Distanz zu halten, mit knappem Vorsprung in die letzten Kilometer. Im Schlusskilometer brach die Zusammenarbeit, Pogacar musste den Sprint von vorn eröffnen.
Es folgte einer der knappsten Zielstriche der jüngeren Rennhistorie. Pogacar lancierte zuerst und hielt seine Linie bis zum Ende, schlug Pidcock im Foto-Finish und holte endlich den Sieg im längsten Monument des Radsports.
Für Gianetti reichte die Leistung über das Ergebnis hinaus. „Unglaublich. Es ist so schwer, die Emotionen jetzt zu beschreiben. Das Team hat einen super Job gemacht. Tadej hat noch etwas anderes gezeigt. Motivation, alles. Einfach beeindruckend. Wow.“
Milano-Sanremo gilt oft als das schwerste Monument – nicht wegen der Anstiege, sondern weil es so schwer zu kontrollieren ist.
Jahrelang kam Pogacar nahe heran, ohne durchzubrechen. Diesmal reichte nicht einmal ein Sturz in der kritischsten Rennphase, um ihn aufzuhalten. Stattdessen wurde er Teil der Geschichte.
Nach wiederholten Anläufen und knappen Niederlagen hat Pogacar nun seinen Sanremo-Sieg.
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