Trotz des Sieges von Biniam Girmay macht sich der Manager von Intermarche - Wanty Sorgen um die Zukunft des afrikanischen Radsports: "Die afrikanischen Junioren müssen mehr Rennen fahren und in der Lage sein, längere Zeit in Europa zu konkurrieren"

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 02 Juli 2024 um 13:00
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Biniam Girmay schreibt derzeit Radsportgeschichte: Er gewann als erster Schwarzafrikaner eine Etappe beim Giro d'Italia und wiederholte dieses Kunststück am Montag bei der Tour de France 2024. Der Intermarche - Wanty-Fahrer setzt ein Zeichen für seine Mitstreiter, aber Teamchef Aike Visbeek ist weiterhin besorgt darüber, dass es noch keine strukturellen Veränderungen gibt, die die Situation für afrikanische Radfahrer verbessern.
Ruanda wird die Weltmeisterschaften 2025 in Kigali ausrichten, was eine große Veränderung bedeuten könnte, aber Visbeek weist auf das eigentliche Hindernis hin, das es zu überwinden gilt. "Wenn man bei dieser Weltmeisterschaft eine bergige Strecke schafft, nützt sie einem nichts. Das inspiriert dort niemanden, denn nach 150 Kilometern ist kein Schwarzafrikaner mehr im Rennen", so Visbeek gegenüber Wielerflits. "Weil sie als Junioren nicht die Chance hatten, in Europa zu fahren.“
Während einige wenige Fahrer, allen voran Girmay, es bis zur WorldTour schaffen und dort ihre Qualität unter Beweis stellen können, erhalten nur wenige Fahrer die Chance, bei den Profis mitzufahren, während die meisten nicht die Erfahrung und die Schlüsselqualifikationen sammeln, die sie im Laufe des Jahres erwerben könnten. "Was jetzt sehr schnell passieren muss, ist, dass die afrikanischen Junioren mehr Rennen fahren und in der Lage sein müssen, über längere Zeiträume in Europa zu starten. Sie müssen ihre Fähigkeiten und ihre Art zu fahren lernen, vor allem das Lenken", argumentiert er.
Die Präsenz des World Cycling Center bietet bereits einigen Fahrern die Möglichkeit, aber verständlicherweise gibt es nicht die gleiche Anzahl von Teams und Fahrern, die das ganze Jahr über in einem qualitativ hochwertigen Kalender Rennen fahren und sich so als Fahrer entwickeln können. "Wenn sich diese Dinge nicht ändern, wird der Abstand nur noch größer, es sei denn, ein großer multinationaler Konzern taucht auf und pumpt unendlich viel Geld in ein Projekt", warnt Visbeek. In der Entwicklungsmannschaft des belgischen Teams fahren derzeit zwei Eritreer, darunter Girmays Bruder, und das Team scheint vom Potenzial der Fahrer aus weniger bekannten Nationen zu profitieren.

𝙃𝙄𝙎𝙏𝙊𝙍𝙔. Intermarché-Wanty has won on the 3 Grand Tours 🤩 🇮🇹 Giro d'Italia 🥇 Taco van der Hoorn 🥇 Biniam Girmay 🥇 Jan Hirt 🇫🇷 Tour de France 🥇 Biniam Girmay 🇪🇸 La Vuelta 🥇 Rein Taaramäe 🥇 Louis Meintjes 🥇 Rui Costa

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