Alpecin-Premier Tech verliert in diesem Winter einen seiner Kapitäne:
Kaden Groves steht vor dem Abschied. Das belgische Team hielt in den vergangenen Jahren trotz seiner Rolle hinter den Topstars an Groves fest, doch laut mehreren Quellen wechselt der Australier zu
Tudor Pro Cycling Team.
Groves kam 2022 nach eineinhalb Jahren bei Team Jayco AlUla zu Alpecin. Sein Talent war früh erkannt, und bei der Vuelta a España erhielt er wiederholt Kapitänsstatus. Zwischen 2022 und 2024 gewann er dort sieben Etappen. Beim Giro d’Italia feierte er zudem zwei Tagessiege – 2023 und 2025.
Alpecin verfolgt sehr klare Ziele: Cyclocross, die Frühjahrsklassiker und die Tour de France. Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen peilen häufig dieselben Straßenrennen an, wodurch Groves ausreichend Raum bekam, seine Qualitäten in der Führungsrolle auszuspielen.
2025 gelang ihm wohl der prestigeträchtigste Sieg seiner Karriere. Nachdem er bei der Tour de France sowohl Philipsen als auch van der Poel zu Einzelsiegen und zwischenzeitlichen Führungen verholfen hatte, gewann Groves die 20. Etappe mit einer Soloattacke nach Pontarlier – ein Erfolg, der ihn nicht nur als Topsprinter im Peloton festigte, sondern auch als klassentauglichen Fahrer profilierte, der ohne reinen Endsprint gewinnen kann.
Groves steuert bei Tudor auf alleinige Führungsrolle zu
Groves wird laut Wielerflits bereits sicher in der kommenden Saison zu Tudor wechseln. Das Schweizer Team fährt als ProTeam, agiert jedoch sportlich aktuell auf einem Niveau über dem mancher WorldTour-Mannschaft. Neben Klassikerspezialisten wie Julian Alaphilippe und Marc Hirschi liefern vor allem Bergfahrer wie Michael Storer und Mathys Rondel Resultate ab (7. und 11. beim jüngsten Giro d’Italia).
Mit 30 Fahrern im Kader operiert Tudor in dieser Saison bereits vollständig auf WorldTour-Niveau und erhält Wildcards für alle Wunschrennen. Im Sprintbereich stehen Maikel Ziljaard, Marius Mayrhofer, Rick Pluimers und vor allem Arvid de Kleijn als Optionen bereit.
Der Niederländer stieg jedoch erst Mitte Mai ins Rennen ein und hat noch keine Ergebnisse vorzuweisen. Die Geburt seines Kindes und der Tod seines Vaters verzögerten den Saisonstart. Als er sein Comeback vorbereitete, wurde er von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen, verlor das Bewusstsein und erlitt eine gebrochene Nase.
Daher fehlt dem Schweizer Team in dieser Phase ein Sprinter, der De Kleijn ersetzen kann, während der frühere Milano–Torino-Sieger weiterhin auf einen Tour-de-France-Start hofft. Im auslaufenden Vertrag ist sein Verbleib über den Winter hinaus jedoch ungewiss. Groves bringt eine neue Teamspitze und die stärkste Sprintoption seit dem Aufstieg auf ProTeam-Niveau im Jahr 2023.