Tim Merlier in Topform: Belgier peilt weitere Erfolge bei den Klassikern an

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 25 März 2025 um 19:00
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In den ersten Monaten der Saison 2025 hat sich Tim Merlier als einer der dominanten Sprinter im Peloton etabliert. Mit bereits sechs Siegen unterstreicht der Belgier seine explosive Form und zählt zu den Top-Favoriten für die anstehenden Rennen. Neben ihm stehen Jonathan Milan (LIDL-Trek), Jasper Philipsen und Biniam Girmay im Fokus, die sich bei der Tour de France einen packenden Kampf um das Grüne Trikot liefern könnten. Bevor es jedoch zur Grande Boucle geht, liegt Merliers Fokus auf den belgischen Klassikern. Mit der Classic Brugge-De Panne und Gent-Wevelgem stehen zwei Rennen an, die seinem Profil besonders gut liegen. Soudal - Quick-Step hat daher seine Strategie entsprechend ausgerichtet, um dem 31-Jährigen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Sportdirektor Iljo Keisse betont, dass das Team Merliers Chancen maximieren will:

„Ja, absolut. Die Rennen, bei denen Tim startet und auf einen Sprint gesetzt wird, sind unsere Priorität. Viel mehr als Flandern oder E3 Harelbeke, wo wir uns in den letzten Jahren eher schwergetan haben.“ Merlier hat in der bisherigen Saison nicht nur durch seine Endgeschwindigkeit überzeugt, sondern auch durch seine Konstanz. Selbst wenn er nicht gewinnt, bleibt sein Hunger auf Erfolge ungebrochen. „Wo immer er startet, bringt er eine besondere Energie ins Team“, sagt Keisse. „Die Zahlen, die er fährt, sind beeindruckend. Aber noch wichtiger ist seine Einstellung: Auch wenn er nicht gewinnt, ärgert er sich und will es beim nächsten Mal besser machen. Er gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden.“

Diese Mentalität macht ihn auch in direkten Duellen mit Jonathan Milan gefährlich, der bei LIDL-Trek von einem starken Sprintzug profitiert. Keisse ist sich jedoch sicher, dass Merlier unter idealen Bedingungen der schnellste Sprinter im Feld ist: „In allen Sprints, die wir gesehen haben, war er der Schnellste. Milan hat einen starkes Lead-Out, aber wenn Tim perfekt positioniert ist, kann er ihn schlagen. Wenn er allerdings aus ungünstiger Position kommen muss, wird es schwieriger.“

Die starke Form hat Soudal - Quick-Step überzeugt, Merlier für die Tour de France zu nominieren – ein klares Zeichen des Vertrauens in seine Fähigkeiten. Das Team, das sich primär um Remco Evenepoel als Gesamtklassement-Fahrer dreht, nimmt damit eine zusätzliche Herausforderung in Kauf. Gleichzeitig zeigt sich, dass Merlier seinen Rennkalender strategisch angepasst hat, um bei den großen Rennen in Bestform zu sein. „Er hat einen anderen Weg gewählt“, erklärt Keisse. „Früher fuhr er nach Paris-Nizza oder Tirreno-Adriatico direkt Nokere, weil es ein Heimrennen ist. Dieses Jahr hat er darauf verzichtet, um seinen Körper besser zu regenerieren – eine Entscheidung, die sich als richtig herausgestellt hat.“

Nach einem fordernden Paris-Nizza, das für Sprinter nicht ideal war, scheint Merlier körperlich auf einem Top-Niveau zu sein. Nun richtet sich der Blick auf die bevorstehenden Klassiker, wo Brugge-De Panne ein klassisches Sprintfinale verspricht. Gent-Wevelgem hingegen könnte durch unberechenbare Wetterbedingungen eine ganz andere Herausforderung darstellen. „Für Tim ist das kein Problem“, sagt Keisse. „Er kann sich im Wind behaupten und hat auch die Power für einen Sprint nach einem harten Rennen. Bei Brugge-De Panne entscheidet meist der Sprint, bei Gent-Wevelgem wird das Wetter eine Rolle spielen. Aber Tim ist bereit für beide Herausforderungen.“

Mit dieser Form und Einstellung dürfte Merlier in den kommenden Wochen ein entscheidender Faktor sein – sowohl bei den Klassikern als auch mit Blick auf das große Ziel: die Tour de France.

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