Tejay Van Garderen meint, Pogacar müsse taktischer fahren

Radsport
durch Cycloon
Freitag, 31 Mai 2024 um 8:30
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Tadej Pogacar war beim Giro d'Italia phänomenal und gewann das Rennen mit knapp 10 Minuten Vorsprung, was in der modernen Radsportgeschichte beispiellos ist. Doch damit stellt sich die Frage, ob der Slowene mit Blick auf die nur einen Monat später stattfindende Tour de France 2024 nicht besser beraten gewesen wäre, konservativer zu fahren.
In NBCs 'Beyond the Podium' Podcast analysiert der ehemalige Profi und jetzige EF Education-EasyPost Sportdirektor Tejay Van Garderen Pogacars Energieaufwand beim Giro: "Es gab mehrere Male, wo die Etappe einfach für ihn da war, um sie zu nehmen. Und wenn sie für ihn da ist, dann nimmt er sie sich", sagt er am Beispiel der verkürzten 16. Etappe nach Santa Cristina Valgardena, wo Movistar die Etappe im Grunde genommen für den Slowenen kontrollierte, der bis auf die letzten fünf Kilometer der Etappe keine zusätzliche Energie aufwenden musste.
Es gab jedoch Momente, in denen das UAE Team Emirates die Ausreißer hätte ziehen lassen können, doch stattdessen machten sie das Tempo für Pogacar. "Auf der 8. Etappe hat er sein Team nach vorne gebracht, niemand ist dort oben für GC. Du verschwendest eine Menge Energie, dein Team verschwendet eine Menge Energie. Tadej muss nicht nur an sich selbst denken, sondern auch an die Anstrengungen seines Teams, denn wenn er sagt: 'Ich will heute gewinnen' und sein Team an die Spitze setzt, dann werden sie dafür bezahlen."
"Unabhängig davon war es eine sehr dominante Leistung, sehr beeindruckend. Ich habe es geliebt, ihm zuzusehen", stellt Van Garderen aus der Sicht der Fans klar. "Aber ich denke, er muss noch ein bisschen reifen. Und darüber nachdenken: 'Setze ich meine Energie an den richtigen Stellen ein? Aus den richtigen Gründen?' ", lautet sein Rat an das 25jährige Phänomen, das kurz davor steht, den Status einer 'Legende des Sports' zu erreichen.

Instagram Bild Tadej Pogacar<br>