Tom Pidcock berichtete, dass
Tadej Pogacar ihm nach seinem lange ersehnten Sieg bei
Mailand-Sanremo am vergangenen Wochenende anvertraut habe, künftig wohl Abstand von diesem Rennen zu nehmen. Halb im Scherz - aber mit einem spürbaren Kern Wahrheit. Der Slowene erkannte die Risiken der italienischen Straßen - und bekam sie am eigenen Körper zu spüren. Nach seinem Erfolg im sechsten Anlauf dürfte er die Region nun erst einmal meiden.
Nach seinem ersten Triumph in Sanremo wurde viel gesprochen, doch eines zeichnet sich klar ab: Pogacar könnte dem Rennen für einige Jahre fernbleiben. Mailand-Sanremo zählt zu den schwersten Monumenten im Kalender - und wie sich erneut zeigte, auch zu den gefährlichsten, besonders auf der entscheidenden Anfahrt zur Cipressa.
Fernbleiben von Sanremos Straßen
Pogacar lebt unweit der Region und trainiert seit Jahren regelmäßig auf genau diesen Straßen und Anstiegen des italienischen Monuments. Immer wieder bereitete er sich gezielt auf diesen Hügeln vor - zuletzt stellte er dort sogar neue Bestzeiten auf.
„Nach dieser Achterbahnfahrt gestern ist es so schwer, Worte zu finden. Ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, von großartigen Menschen umgeben zu sein, die mich durch alle Höhen und Tiefen tragen“, schrieb der Weltmeister in einem
Instagram-Post. „Aber gestern war anders, ich weiß nicht genau warum - ohne bestimmte Personen hätte ich es gestern kaum bis ins Ziel geschafft.“
Der Sieg war hart erkämpft und Ergebnis wechselnder Strategien in den vergangenen Jahren. Diesmal brachte sein Angriff an der Cipressa die Entscheidung ins Rollen, doch ein später Sturz drohte zunächst alles zunichtezumachen. Entgegen aller Erwartungen kämpfte er sich zurück ins Feld, fuhr erneut nach vorne und attackierte fast an derselben Stelle wie schon zwölf Monate zuvor. Nachdem er Mathieu van der Poel am Poggio di Sanremo distanziert hatte, setzte er sich auf der Via Roma im Sprint klar gegen Tom Pidcock durch.
Der Erfolg markiert zweifellos einen Höhepunkt seiner Karriere und zugleich sein viertes Monument in der Palmares. „Auch an alle Fans: Sorry, dass ich mir nicht unendlich Zeit für euch nehmen kann, aber ihr wisst, wie sehr ich eure Anfeuerungen am Streckenrand schätze“, ergänzte er.
„Besonderer Gruß an Tom Pidcock, Mathieu van der Poel und Wout van Aert, es ist mir eine Ehre, mit euch zu kämpfen. Carlos Sainz, ich hoffe, deine Liebe zum Radsport wächst weiter“, schrieb er weiter und bezog sich damit auf seinen Freund und den Formel-1-Piloten.
Zum Abschluss ging Pogacar auch auf die Straßen rund um Sanremo ein, die ihm an diesem Samstag viel Haut abverlangten und seit Jahren ein ernstes Risiko für seine Grand-Tour-Kampagnen darstellen. „Und
Urska Zigart, ich verspreche, dass ich diese Straßen eine Weile meide“.