Streckenprofil und Route Clásica San Sebastián 2026 – 4.300 Höhenmeter und eine 20-Prozent-Rampe zum Abschluss

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 28 Juli 2026 um 11:45
Streckenprofil der Clásica San Sebastián 2026.
Der baskische Radsommer erreicht mit der Clasica San Sebastian einen seiner absoluten Höhepunkte. Das traditionsreiche Eintagesrennen zählt zu den prestigeträchtigsten und anspruchsvollsten Klassikern im WorldTour-Kalender und versammelt am 1. August erneut zahlreiche Topstars des internationalen Pelotons – nur wenige Tage nach dem Ende der Tour de France. Wir werfen einen Blick auf das anspruchsvolle Profil der diesjährigen Ausgabe.
Die Donostia Klasikoa hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als Klassiker für Kletterer, Puncheure und Rundfahrer etabliert. Anspruchsvolle Anstiege, enge und kurvenreiche Straßen sowie ein selektiver Streckenverlauf machen das Rennen Jahr für Jahr zu einer idealen Bühne für die komplettesten Fahrer des Pelotons. Auch 2026 bleibt der Veranstalter dem bewährten Erfolgsrezept treu.

Eine lange Geschichte großer Sieger

Die Fahrer erwartet eine 221,1 Kilometer lange Strecke mit Start und Ziel in San Sebastián. Insgesamt sind knapp 4.300 Höhenmeter sowie sieben klassifizierte Anstiege zu bewältigen. Das Rennen wurde 1981 erstmals ausgetragen und direkt vom Spanier Marino Lejarreta gewonnen, der seinen Erfolg ein Jahr später wiederholen konnte.
Schon wenige Jahre nach seiner Premiere entwickelte sich das Rennen zu einem internationalen Prestigeereignis. 1985 triumphierte Adrie van der Poel, ehe in den 1990er-Jahren unter anderem Miguel Induráin, Claudio Chiappucci, Lance Armstrong und Davide Rebellin die Siegerliste prägten. Damit etablierte sich die Clásica San Sebastián endgültig als Rennen für Fahrer, die sowohl bei Grand Tours als auch bei anspruchsvollen Klassikern erfolgreich sind.
Auch im neuen Jahrtausend reihten sich zahlreiche große Namen in die Siegerliste ein. Laurent Jalabert, Alejandro Valverde, Paolo Bettini und Philippe Gilbert gewannen den baskischen Klassiker ebenso wie Julian Alaphilippe und Remco Evenepoel. Der Olympiasieger ist mit drei Erfolgen (2019, 2022 und 2023) einer der erfolgreichsten Fahrer der jüngeren Geschichte. Die bislang letzte Austragung entschied Giulio Ciccone 2025 nach einer Soloattacke am letzten Anstieg für sich.

Streckenprofil: San Sebastián - San Sebastián

Streckenprofil der Clásica San Sebastián 2026.
San Sebastián - San Sebastián, 221,3 Kilometer

Sieben Anstiege und mehr als 4.300 Höhenmeter

Bereits die erste Rennhälfte verlangt den Fahrern einiges ab. Nach dem Start in San Sebastián führt die Strecke zunächst entlang der Küste von Gipuzkoa, ehe die ersten Anstiege beginnen. Den Auftakt macht der Alto de Kalbario (2,2 Kilometer mit durchschnittlich acht Prozent Steigung) bei Rennkilometer 55,9. Kurz darauf folgt mit dem Azkarate (4,2 Kilometer bei 7,3 Prozent) bereits die nächste anspruchsvolle Bergwertung, an der das Feld meist erstmals auseinanderfällt.
Das erste große Hindernis wartet anschließend mit dem Alto de Urraki. Der Anstieg der zweiten Kategorie ist 8,6 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 6,9 Prozent auf. Traditionell wird hier das Rennen deutlich selektiver und zahlreiche Favoriten verlieren ihre letzten Helfer. Nach der Abfahrt folgt der Alto de Alkiza (4,4 Kilometer mit 6,2 Prozent), ehe ein längerer Übergangsabschnitt zurück in Richtung San Sebastián führt.

Jaizkibel, Erlaitz und Murgil als Schlüsselstellen

Wie so oft dürfte die Entscheidung an den letzten drei Anstiegen fallen. Rund 62 Kilometer vor dem Ziel erreichen die Fahrer den legendären Jaizkibel. Der 7,9 Kilometer lange Anstieg mit durchschnittlich 5,6 Prozent Steigung gilt seit Jahrzehnten als klassischer Ausgangspunkt für die ersten Attacken der Favoriten. Die Steigungswerte sind zwar moderat, doch die bereits absolvierten Rennkilometer machen ihn zu einem entscheidenden taktischen Punkt.
Nur wenig später wartet mit dem Erlaitz der wohl härteste Anstieg des Tages. Die Bergwertung der ersten Kategorie ist lediglich 3,8 Kilometer lang, weist jedoch eine durchschnittliche Steigung von 10,6 Prozent auf und zählt damit zu den steilsten Anstiegen im gesamten WorldTour-Kalender. Hier entstehen regelmäßig die größten Zeitabstände des Rennens. Vom Gipfel sind es noch rund 45 Kilometer bis ins Ziel – ideale Voraussetzungen für lange Solofluchten oder taktische Angriffe kleiner Gruppen.
Doch selbst danach ist das Rennen noch nicht entschieden. Mit der berüchtigten Murgil-Mauer wartet der letzte große Prüfstein des Tages. Der Schlussanstieg ist 2,1 Kilometer lang und im Durchschnitt 10,1 Prozent steil. Seine explosiven Rampen lieferten in den vergangenen Jahren mehrfach die Bühne für entscheidende Attacken und dürften auch 2026 zum finalen Selektionspunkt werden.
Nach der Kuppe verbleiben nur noch acht Kilometer bis zum Ziel in San Sebastián. Mehr als 4.300 Höhenmeter, sieben klassifizierte Anstiege und ein extrem anspruchsvolles Finale machen die Clásica San Sebastián einmal mehr zu einem der spektakulärsten Eintagesrennen des Jahres – und zum perfekten Terrain für Kletterer, Puncheure sowie ambitionierte Rundfahrer.

Siegerliste Clásica San Sebastián

JahrSiegerZweiterDritter
1981 Marino Lejarreta (ESP) Graham Jones (GBR) Faustino Rupérez (ESP)
1982 Marino Lejarreta (ESP) Jesús Rodríguez Magro (ESP) Pedro Delgado (ESP)
1983 Claude Criquielion (BEL) Antonio Coll (ESP) Reimund Dietzen (GER)
1984 Niki Rüttimann (SUI) Reimund Dietzen (GER) Celestino Prieto (ESP)
1985 Adrie van der Poel (NED) Iñaki Gastón (ESP) Juan Fernández Martín (ESP)
1986 Iñaki Gastón (ESP) Marino Lejarreta (ESP) Juan Fernández Martín (ESP)
1987 Marino Lejarreta (ESP) Ángel Arroyo (ESP) Fede Etxabe (ESP)
1988 Gert-Jan Theunisse (NED) Enrique Aja (ESP) Steven Rooks (NED)
1989 Gerhard Zadrobilek (AUT) Francisco Antequera (ESP) Tony Rominger (SUI)
1990 Miguel Induráin (ESP) Laurent Jalabert (FRA) Sean Kelly (IRL)
1991 Gianni Bugno (ITA) Pedro Delgado (ESP) Maurizio Fondriest (ITA)
1992 Raúl Alcalá (MEX) Claudio Chiappucci (ITA) Eddy Bouwmans (NED)
1993 Claudio Chiappucci (ITA) Gianni Faresin (ITA) Alberto Volpi (ITA)
1994 Armand de Las Cuevas (FRA) Lance Armstrong (USA) Stefano della Santa (ITA)
1995 Lance Armstrong (USA) Stefano della Santa (ITA) Johan Museeuw (BEL)
1996 Udo Bölts (GER) Stefano Cattai (ITA) Massimo Podenzana (ITA)
1997 Davide Rebellin (ITA) Alexandr Gonchenkov (UKR) Stefano Colagè (ITA)
1998 Francesco Casagrande (ITA) Axel Merckx (BEL) Leonardo Piepoli (ITA)
1999 Francesco Casagrande (ITA) Rik Verbrugghe (BEL) Giuliano Figueras (ITA)
2000 Erik Dekker (NED) Andréi Chmil (BEL) Romāns Vainšteins (LAT)
2001 Laurent Jalabert (FRA) Francesco Casagrande (ITA) Davide Rebellin (ITA)
2002 Laurent Jalabert (FRA) Igor Astarloa (ESP) Gabriele Missaglia (ITA)
2003 Paolo Bettini (ITA) Ivan Basso (ITA) Danilo Di Luca (ITA)
2004 Miguel Ángel Martín Perdiguero (ESP) Paolo Bettini (ITA) Davide Rebellin (ITA)
2005 Tino Zaballa (ESP) Joaquim Rodríguez (ESP) Eddy Mazzoleni (ITA)
2006 Xavier Florencio (ESP) Stefano Garzelli (ITA) Andréi Kashechkin (KAZ)
2007 Leonardo Bertagnolli (ITA) Juanma Gárate (ESP) Alejandro Valverde (ESP)
2008 Alejandro Valverde (ESP) Aleksandr Kolobnev (RUS) Davide Rebellin (ITA)
2009 Roman Kreuziger (CZE) Mickaël Delage (FRA) Peter Velits (SVK)
2010 Luis León Sánchez (ESP) Alekszandr Vinokurov (KAZ) Carlos Sastre (ESP)
2011 Philippe Gilbert (BEL) Carlos Barredo (ESP) Greg Van Avermaet (BEL)
2012 Luis León Sánchez (ESP) Simon Gerrans (AUS) Gianni Meersman (BEL)
2013 Tony Gallopin (FRA) Alejandro Valverde (ESP) Roman Kreuziger (CZE)
2014 Alejandro Valverde (ESP) Bauke Mollema (NED) Joaquim Rodríguez (ESP)
2015 Adam Yates (GBR) Philippe Gilbert (BEL) Alejandro Valverde (ESP)
2016 Bauke Mollema (NED) Tony Gallopin (FRA) Alejandro Valverde (ESP)
2017 Michał Kwiatkowski (POL) Tony Gallopin (FRA) Bauke Mollema (NED)
2018 Julian Alaphilippe (FRA) Bauke Mollema (NED) Anthony Roux (FRA)
2019 Remco Evenepoel (BEL) Greg Van Avermaet (BEL) Marc Hirschi (SUI)
2020 Abgesagt
2021 Neilson Powless (USA) Matej Mohorič (SLO) Mikkel Honoré (DEN)
2022 Remco Evenepoel (BEL) Pavel Sivakov (FRA) Tiesj Benoot (BEL)
2023 Remco Evenepoel (BEL) Pello Bilbao (ESP) Aleksandr Vlásov (Neutral)
2024 Marc Hirschi (SUI) Julian Alaphilippe (FRA) Lennert Van Eetvelt (BEL)
2025 Giulio Ciccone (ITA) Jan Christen (SUI) Maxim Van Gils (BEL)
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading