„Sie haben den Faden ein wenig verloren“ – Óscar Pereiro verurteilt nächtliche Anti-Doping-Kontrollen bei Pogacar und Vingegaard

Radsport
Dienstag, 21 Juli 2026 um 9:00
Jonas Vingegaard Tadej Pogacar
Óscar Pereiro hat das Anti-Doping-Kontrollsystem während der Tour de France scharf kritisiert. Der Sieger von 2006 monierte, dass Fahrer wie Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard in den frühen Morgenstunden für Tests geweckt werden, eine Praxis, die er mitten im Rennen für schädlich und nicht gerechtfertigt hält.
Im Gespräch bei Tiempo de Juego betonte der Ex-Profi, dass Erholung einer der Schlüsselfaktoren für Spitzenleistungen ist, und stellte die Notwendigkeit nächtlicher Kontrollen infrage.
Pereiro wies darauf hin, dass Tests in einem Zeitfenster von 22:00 Uhr des Vortags bis 06:00 Uhr morgens erfolgen können, hält es jedoch für inakzeptabel, einen Fahrer um zwei Uhr nachts zu wecken.
„Wer jemals Fahrrad gefahren ist, auch nur eine halbe Stunde, muss verstehen, wie wichtig Erholung ist.“
Der Galicier beharrte darauf, dass Schlafunterbrechungen in einem so fordernden Rennen wie der Tour die Regeneration und Leistung direkt beeinträchtigen können.
„Einen Fahrer um zwei Uhr morgens zu wecken, ist etwas, das nicht zulässig sein darf.“

Pereiro: „Es ist, als würde man dir eine Waffe an den Kopf halten“

Pereiro bemängelte zudem die Botschaft, die diese Kontrollen seiner Ansicht nach an Athleten senden. „Es ist, als richteten sie eine Waffe direkt auf dich und sagten: ‚Du betrügst, und wir überwachen dich um zwei Uhr morgens, weil du betrügst.‘“
Der Ex-Profi argumentiert, dieser Ansatz stelle Fahrer unter einen ständigen Generalverdacht. „Sie haben ein wenig den Kompass verloren.“
Tadej Pogačar bei der Tour de France 2026
Tadej Pogacar at the 2026 Tour de France
Der Toursieger von 2006 stellte zudem infrage, warum solche Situationen im Radsport gang und gäbe sind, während sie seiner Ansicht nach in anderen Sportarten nicht mit derselben Intensität auftreten.
„Was unterscheidet den Radsport vom Rest der Sportarten? Warum erträgt der Radsport so etwas, selbst heute, immer noch?“
Seine Aussagen kommen, während Anti-Doping-Kontrollen bei der Tour erneut in den Mittelpunkt der Debatte rücken, insbesondere wenn sie die Topfavoriten des Rennens wie Pogačar und Vingegaard betreffen.
Obwohl Pereiro klarstellte, dass er den Kampf gegen Doping unterstützt, ist er überzeugt, dass diese Arbeit erfolgen muss, ohne den Schlaf und die Regeneration von Fahrern zu beeinträchtigen, die der größten körperlichen Belastung im Rennkalender ausgesetzt sind.
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