Etappe 7 der Tour Auvergne-Rhône-Alpes war ein dramatischer Tag für das
Decathlon CMA CGM Team, das die Situation noch retten konnte, aber einen Sturz von
Paul Seixas verkraften musste und am Ende auch noch
Zeit verlor auf Fahrer wie Isaac del Toro und Matteo Jorgenson. Während Seixas seine Konkurrenz nicht kritisierte, nahm sein junger Teamkollege Léo Bisiaux zur Arbeit im Feld kein Blatt vor den Mund.
Paul Seixas stürzt
„Es ging sehr schnell los. Das Rennen wurde dann wegen einer Abfahrt mit Schotter neutralisiert, und die Organisatoren ließen uns auf einer anderen Abfahrt wieder fahren“, schilderte Bisiaux bei
CyclingPro.net. In dieser Abfahrt, knapp unter 100 Kilometern vor dem Ziel, ging Seixas zu Boden und brachte sein Team in eine beinahe katastrophale Lage.
„Ich denke, Paul hat entweder durch einen kurzen Konzentrationsfehler eine Kleinigkeit falsch gemacht oder es gab Kontakt zwischen Fahrern. Unglücklicherweise stürzte er in einem Moment, in dem alle etwas überdreht waren.“
Der 19-Jährige lag mehrere Minuten auf der Straße. Ein Ausstieg oder das Aufgeben der Aufholjagd stand jedoch nicht zur Debatte. Stattdessen sammelte sich das französische Team und begann, die entstandene Lücke von vier Minuten zu schließen.
Bisiaux wirft Rivalen unsportliches Verhalten vor
Bisiaux war zu Beginn der Etappe offensiv und mehrfach an der Spitze des Rennens zu sehen. Auf Anweisung ließ er sich schließlich zurückfallen, um bei der Rückführung von Seixas zu helfen. Kurzzeitig fuhr der Franzose im Peloton und war in der TV-Übertragung gut sichtbar in eine Diskussion – wohl mit einem UAE-Fahrer – verwickelt.
UAE und Visma führten im Hauptfeld, später auch Lidl-Trek. Es gab keinen kompromisslosen Versuch, Seixas aus dem Gesamtklassement zu fahren, denn er konnte letztlich zurückkehren. Einfach machte man es dem französischen Team aber nicht.
Die Meinungen gehen auseinander, was in dieser Situation richtig gewesen wäre – zumal der Sturz in Rennphase geschah und es so aussah, als würde Seixas aufgeben. Bisiaux’ Sicht ist nicht indirekt, sondern eine klare Spitze gegen die Rivalen.
„Es war ein bisschen enttäuschend in Sachen Fairness. Alle Teams haben angefangen zu fahren. Seltsamerweise wollten heute auf einmal alle den Etappensieg, während gestern niemand fahren wollte“, sagte er in anklagendem Ton.
„Aber so ist es eben. Morgen sehen wir weiter.“ Seixas bleibt Gesamtsechster und in Reichweite eines Top-Ergebnisses; Bisiaux selbst belegte trotz der enormen Nachführarbeit noch Rang 12 der Etappe.
„Er hat den Schaden ziemlich gut begrenzt, weil er eine enorme Verfolgung gefahren ist“, sagte Bisiaux über Seixas. „Er war eigentlich gut drauf, musste aber schon vorher einen sehr großen Aufwand treiben. Ich habe am Schlussanstieg versucht, alles zu geben, um ihn so gut wie möglich zu unterstützen.“