Der schwere Sturz von
Urska Zigart bei der
Tour de Suisse Women hat die Fahrersicherheit wieder ins Zentrum der Radsport-Agenda gerückt. CPA Women fordert eine grundlegende Überprüfung des aktuellen SafeR-Betriebsmodells.
Zigart stürzte im letzten Kilometer der 2. Etappe in Locarno und wurde später mit einem Kieferbruch diagnostiziert.
Die Fahrerin von AG Insurance - Soudal wurde nach dem Sturz ins Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ist zum Brennpunkt einer breiteren Debatte geworden, wie der Profiradsport Risiken erkennt und eliminiert, bevor Fahrer sie mit Renntempo erreichen.
In einer Erklärung, unterzeichnet von CPA-Women-Geschäftsführerin Alessandra Cappellotto, bekräftigte die Fahrergewerkschaft ihr Vertrauen in das SafeR-Projekt und würdigte die Fortschritte der vergangenen Jahre. Nach Zigarts Sturz fordert sie nicht die Abschaffung der Sicherheitsstruktur, sondern deren Stärkung.
CPA Women fordert stärkere Sicherheitsbefugnisse
CPA Women erklärte, SafeR „von Anfang an“ unterstützt und „Zeit, Energie und Ressourcen“ in das Projekt investiert zu haben. Die Gewerkschaft bezeichnete SafeR als unverzichtbares Werkzeug, um den Anforderungen des modernen Profiradsports und den Erwartungen von Fahrerinnen, Teams, Veranstaltern, Verbänden, Sponsoren und Fans gerecht zu werden.
Der Ton wechselte anschließend von Unterstützung zu Dringlichkeit. „Dennoch ereignen sich weiterhin schwere Zwischenfälle, und es ist unsere Verantwortung zu fragen, ob das aktuelle System alle Antworten liefert, die unser Sport benötigt“, heißt es in der Erklärung.
CPA Women fordert, das bestehende Modell zu überprüfen und zu stärken, damit SafeR über die „Werkzeuge, Strukturen und Befugnisse verfügt, um Risiken wirksamer zu identifizieren und Vorfälle zu verhindern, bevor sie geschehen.“
Diese Befugnisse sind nun der Kernpunkt. Die Fahrergewerkschaft drängt über die bloße Reaktion nach Stürzen hinaus auf ein Sicherheitsregime, das vorab eingreifen kann, bevor gefährliche Abschnitte Teil eines Rennens werden.
Zigarts Sturz verschärft die SafeR-Debatte
CPA Women rief den Sport zudem dazu auf, Reformen nicht zu blockieren, und verwies auf
UCI, AIOCC, AIGCP und weitere Akteure als Teil des Prozesses. „Der Radsport darf keine Angst vor Veränderung haben“, heißt es weiter.
Die Gewerkschaft betonte, die Fahrerinnen seien weiterhin bereit, konstruktiv mitzuwirken, zugleich müsse Sicherheit als gemeinsame Verantwortung im gesamten Sport verstanden werden. „Die Fahrerinnen bleiben voll engagiert, konstruktiv zu diesem Prozess beizutragen“, erklärte CPA Women. „Sicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung, und kontinuierliche Verbesserung muss im Zentrum unserer kollektiven Anstrengungen stehen.“
Zigarts Sturz ereignete sich parallel zur Männer-Rundfahrt, der Tour de Suisse, in der Tadej Pogacar die Gesamtwertung anführt. Der Vorfall ging rasch über die reine medizinische Meldung hinaus, als CPA Women ihn mit der Grundsatzfrage verknüpfte, ob die Sicherheitsstrukturen des Radsports genügend Befugnisse haben, schwere Stürze präventiv zu verhindern.
Für CPA Women ist das Ziel nun klar: ein stärkeres SafeR-Modell, frühere Risikoerkennung und ein Profiradsport, der mehr leistet, als erst zu reagieren, wenn Fahrerinnen bereits am Boden liegen.