Nur wenige Tage nach Paris-Roubaix unterstrich der Belgier seine Überlegenheit im Sprint eines reduzierten Feldes, meisterte ein zerfahrenes Finale und holte den Sieg nach einem Rennen, das den Sprintern mehrmals zu entgleiten drohte.
Merlier triumphiert in Tongeren nach Solojagd und Stürzen
Eine frühe Flucht belebte das Rennen, bevor Philipsens langer Soloangriff prägte.
Das Rennen begann in mörderischem Tempo. Nach Angriffen an den ersten Anstiegen setzten sich drei Fahrer ab – Albert Withen Philipsen, Jelle Vermoote und Mikita Babovitsj. Das Trio fuhr in der Eröffnungsphase über zwei Minuten Vorsprung heraus, ein hektischer Rhythmus, gespiegelt von einer Vollgass-Stunde, die das Peloton sofort unter Druck setzte.
Auf den Schlussrunden rund um Tongeren blieb die Flucht brandgefährlich. Philipsen erwies sich als stärkster der drei, distanzierte seine Begleiter zunächst auf den Kopfsteinpflasterpassagen und drückte dann allein weiter. Der Lidl-Trek-Fahrer hielt lange stand und ging solo in die letzte Runde, was das Feld zu einer anhaltenden Verfolgung zwang.
Stürze, Defekte und Attacken störten die Kontrolle des Pelotons.
Dahinter fand die Jagd nie zu Ruhe. Wiederholte Stürze und technische Probleme zerrissen den Rhythmus, wobei Schlüsselakteure wie Milan Menten und Fabio Van den Bossche in der entscheidenden Phase in Zwischenfälle verwickelt waren.
Zudem traf eine Serie von Reifenschäden mehrere Sprinter und Helfer, was eine geordnete Verfolgung zusätzlich erschwerte.
Trotz aller Störungen schmolz Philipsens Vorsprung allmählich dahin. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel betrug sein Vorteil nur noch Sekunden, ehe er auf dem Pavé bei zunehmendem Tempo wieder gestellt wurde.
Lotto gehörte zu den Teams, die das Rennen aufreißen wollten. Cedric Beullens attackierte auf dem Manshoven-Pavé, doch die Aktion wurde rasch neutralisiert. Frische Vorstöße folgten im Anflug, unter anderem von Aime De Gendt, Dries De Bondt und anderen, doch drei Kilometer vor dem Ziel formierte sich das Peloton erneut.
Merlier machte in einem packenden Finalsprint alles klar.
Mit der endgültigen Einholung rückte der Sprint in den Fokus, doch selbst die Zielgerade blieb unruhig. Die Positionierung war heikel, mehrere schnelle Männer mussten nach früheren Störungen wieder Plätze gutmachen. Gerben Thijssen und Menten kämpften um Hinterräder, während das Tempo hoch blieb und die Formation in die Länge gezogen wurde.
Merlier hingegen glitt dank eines mustergültigen Anzugs sauber nach vorn. Bert Van Lerberghe brachte ihn perfekt in Position, bevor er früh eröffnete. Von dort zeigte der
Soudal Quick-Step-Fahrer seine Klasse, hielt den späten Ansturm von hinten ab und holte den Sieg nach einem Rennen, das nie dem Drehbuch folgte.
Merliers Triumph krönte einen fordernden Tag in Limburg, an dem aggressives Rennen und ständige Unterbrechungen bedeuteten, dass selbst ein Sprintfinale erst nach einem langen Kampf um Kontrolle zustande kam.
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