Tadej Pogacar schimpft nach Paris–Roubaix über Ersatzrad: „Wie eine Schubkarre“

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 15 April 2026 um 12:30
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Tadej Pogacar hat bei Paris–Roubaix erneut nur knapp den Sieg verpasst. Wie schon im Vorjahr belegte der Weltmeister Rang zwei – diesmal musste er sich erst im legendären Vélodrome von Wout van Aert geschlagen geben. Im Anschluss sprach der Slowene jedoch offen über seinen Ärger während des Rennens – insbesondere über den Einsatz eines neutralen Ersatzrads.
Rund 120 Kilometer vor dem Ziel, im Kopfsteinpflastersektor zwischen Quérénaing und Maing, erlitt der Kapitän von UAE Team Emirates - XRG einen Reifenschaden. Da sich der Teamwagen nicht in unmittelbarer Nähe befand und zudem die Funkverbindung nicht funktionierte, musste er – wie Teamkollege Mikkel Bjerg berichtete – auf ein Rad des neutralen Shimano-Services zurückgreifen.

Improvisation auf den Pavés – und deutliche Kritik am Ersatzmaterial

Ein ungewöhnliches Szenario für einen Fahrer dieses Kalibers. Dennoch hielt kein Teamkollege zum Radtausch an, und ohne Mannschaftswagen in Reichweite blieb Pogacar nichts anderes übrig, als das neutrale Ersatzrad zu übernehmen. Geplant war ein späterer Wechsel zurück auf sein eigenes Material, sobald sich eine Gelegenheit ergab. Dennoch saß der Slowene mehrere Minuten auf dem fremden Rad – lange genug, um sich ein klares Urteil zu bilden. Am Ende könnte genau dieses Rad sein Rennen überhaupt erst gerettet haben.
Tadej Pogacar musste bei Paris–Roubaix lange auf einem neutralen Ersatzrad fahren – und übte danach deutliche Kritik am Material
Tadej Pogacar musste bei Paris–Roubaix lange auf einem neutralen Ersatzrad fahren – und übte danach deutliche Kritik am Material
Die Umstellung auf das ungewohnte Material erwies sich jedoch als alles andere als ideal. Pogacar beschrieb das Fahrgefühl als „sehr unbequem“ und verwendete laut Het Laatste Nieuws den slowenischen Ausdruck „karjolo“, sinngemäß „Schubkarre“, um den mangelnden Komfort zu verdeutlichen. Das Bild seines Regenbogentrikots auf einem unmarkierten blauen Rad – ähnlich einem älteren Modell von Canyon – stand dabei in deutlichem Kontrast zu seinem gewohnten Colnago, dessen spezifische Eigenschaften auf den brutalen Pavés von Roubaix entscheidende Vorteile bieten.
Unmittelbar danach verwies Pogacar auf mehrere technische Details, die seiner Einschätzung nach seine Leistung in dieser entscheidenden Phase beeinträchtigten. „Die Sattelhöhe stimmte nicht, und die Laufräder waren für das Kopfsteinpflaster ebenfalls nicht geeignet“, erklärte er.
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