Die Ausgabe 2026 von
Paris-Nizza findet vom 08.03. bis 15.03. statt und gehört wie jedes Jahr zu den prägenden Frühjahrsevents im Profi-Peloton. Das Rennen bietet gleichermaßen Chancen für Kletterer, Sprinter und Klassikerjäger. Wir blicken auf Etappe 2, deren Start und Ziel für 12:50 beziehungsweise 16:45 CET angesetzt sind.
Die Rundfahrt wurde erstmals 1933 ausgetragen. Der Belgier Alfons Schepers gewann damals die Premiere. Der Charakter der Veranstaltung - dem Namen entsprechend von Paris bis an die Mittelmeerküste nach Nizza - brachte ihr schnell den Spitznamen „Rennen zur Sonne“ ein, und oft bestätigt sich dieser Titel sogar wortwörtlich auf der Straße.
Der achttägige Wettbewerb hat über Generationen hinweg einige der größten Namen des Radsports gekrönt. Jacques Anquetil, Tom Simpson, Eddy Merckx, Raymond Poulidor, Joop Zoetemelk und Sean Kelly gehören zu den legendären Gewinnern. Besonders Kelly prägte die Rundfahrt mit einer beeindruckenden Serie und gewann von 1982 bis 1988 jede Ausgabe. Auch Miguel Indurain und Laurent Jalabert reihten sich später in die Liste der Sieger ein.
Diese Liste bleibt lang - und die Bedeutung des Rennens ist bis heute ungebrochen. Moderne Stars wie Alberto Contador, Tony Martin, Bradley Wiggins, Geraint Thomas, Primoz Roglic und Tadej Pogacar haben sich ebenfalls in die Siegerliste eingetragen. Im Jahr 2025 sicherte sich Matteo Jorgenson den Gesamtsieg und verteidigte ihn erfolgreich - mit einer Leistung, die auf jedem Terrain überzeugte.
Profil Etappe 2: Épône - Montargis
Etappe 2: Épône - Montargis, 187 Kilometer
Der zweite Renntag präsentiert sich klar sprinterfreundlich. Die Strecke bietet keine nennenswerten Hindernisse und führt von den Pariser Außenbezirken weiter nach Südosten. Es handelt sich um die erste größere Übergangsetappe der Rundfahrt - ein Terrain, auf dem vor allem der Wind eine entscheidende Rolle spielen kann.
Bleiben Windstaffeln aus, steht in Montargis wenig einem klassischen Massensprint im Weg. Die finale Anfahrt in die Stadt gilt jedoch als relativ technisch. Deshalb ist mit viel Nervosität im Feld und einem frühen Kampf um die besten Positionen zu rechnen. Wer das Finale nicht sauber vorbereitet, riskiert im ungünstigsten Fall einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Sprint.
Die Favoriten
Die Favoritenlage hat sich nach der Auftaktetappe kaum verändert. Am ersten Renntag gab es im Peloton keine entscheidenden Attacken, sodass das Rennen im erwarteten Massensprint endete. Auch auf Etappe 2 deutet vieles auf ein ähnliches Szenario hin.
Die ganz großen Sprinternamen fehlen zwar im Feld, doch
Biniam Girmay hinterließ am Sonntagnachmittag den stärksten Eindruck und gilt als wahrscheinlichster Topfavorit auf diesem flachen Parcours. Milan Fretin vom Team Cofidis präsentierte sich ebenfalls weit vorne. Ohne die Anstiege könnte er im Finale frischer sein und in einem geordneten Sprint gute Chancen erhalten - ein Sieg wäre für sein Team besonders wertvoll.
Dahinter bewegen sich viele Sprinter nahezu auf Augenhöhe. Eine klare Hierarchie gibt es kaum. Deshalb dürfte im Finale vor allem die Positionierung und das richtige Timing entscheidend sein. Vito Braet, Orluis Aular, Jensen Plowright, Mike Teunissen, Cees Bol, Axel Zingle, Anthony Turgis, Matteo Trentin, Pascal Ackermann, Dorian Godon, Milan Menten, Bryan Coquard und Phil Bauhaus gehören ebenfalls zu den Fahrern, die man auf dem Zettel haben sollte.
Auch
Luke Lamperti besitzt auf dem Papier erneut Siegchancen. Interessant wird die Frage, ob EF Education - EasyPost die Rollen tauscht und diesmal für Marijn van den Berg fährt, der mindestens ebenso gute Aussichten auf einen weiteren Etappensieg besitzt.
Prognose Paris–Nizza 2026, Etappe 2
*** Biniam Girmay, Luke Lamperti
** Milan Fretin, Marijn van den Berg, Phil Bauhaus
* Orluis Aular, Vito Braet, Jensen Plowright, Cees Bol, Anthony Turgis, Matteo Trentin, Milan Menten
Unser Tipp: Biniam Girmay
Wie: Regulärer Massensprint.
Original: Rúben Silva