„Nie ein Helfer; er war immer der Teamkapitän“ – Ist Philippe Gilberts Kritik an Tim Wellens gerechtfertigt?

Radsport
Freitag, 18 September 2026 um 13:50
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Eine massive Kontroverse brodelt im belgischen WM-Team. Allerdings betrifft sie keinen der Fahrer, die starten, sondern Tim Wellens’ Fernbleiben und den gesamten Diskurs darum.
Der UAE Team Emirates - XRG-Profi nimmt nicht teil, während Remco Evenepoel und Wout Van Aert als Favoriten auf das Regenbogentrikot gelten. Nach der Tour fehlte Wellens die Form und er äußerte sich negativ zu seinen Gefühlen gegenüber der WM.
Er kehrte dann ins Rennen zurück und gewann die Tour of Britain. Dennoch lehnte er einen Platz ab, selbst nachdem Remco Evenepoel mit ihm gesprochen hatte. Wellens bestätigte, dass er in diesen Tagen für UAE starten werde und dass die Prioritäten des Rennstalls vorgehen können.
Ex-Teamkollege und Weltmeister Philippe Gilbert äußerte sich deutlich kritisch und behauptete, Wellens sei „völlig realitätsfern“ – und erklärte zugleich, er habe immer an der WM teilgenommen, auch gegen Fahrer aus dem eigenen Rennstall.
Philippe Gilbert kritisierte Tim Wellens’ Fehlen bei den Weltmeisterschaften
Philippe Gilbert kritisierte Tim Wellens' absence from the World Championships

Befindet sich Tim Wellens in derselben Lage wie Philippe Gilbert? 

Die belgische Radsportszene ist über die Aussagen des Ex-Weltmeisters in Aufruhr. José De Cauwer, Kommentator bei Sporza, hebt einen zentralen Unterschied zwischen beiden Fahrern hervor.
„Ich finde es billig von Gilbert zu behaupten, er sei Patriot gewesen. Fakt ist: Philippe war nie ein Helfer; er war immer der Anführer. Das macht es leicht“, sagte De Cauwer im Sporza Daily-Podcast.
Wellens reagierte überrascht auf diese Aussagen. „Ich war ziemlich schockiert über Phils Aussage. Ich werde ihm eine Nachricht schicken, um genau zu erfahren, warum er diese Worte gewählt hat.“ Doch hat Wellens grundsätzlich etwas falsch gemacht?

Belgien oder UAE für Tim Wellens? 

„Nein, Wellens ist ebenfalls Patriot, sowohl für sein Land als auch für UAE“, entgegnet De Cauwer. „Das ist eine andere Geschichte. Er ist ein enger Freund von Tadej Pogacar, und sie haben so viel füreinander getan. So etwas kann man in dieser Situation nicht verlangen. Tut mir leid, das geht einfach nicht.“
Wären Pogacars Verletzungen nicht passiert, hätte Wellens im WM-Rennen mutmaßlich dem damaligen Hauptkonkurrenten Pogacars – Remco Evenepoel – geholfen, wenn er gestartet wäre. De Cauwer argumentiert, das könnte nach der Tour in die Entscheidungsfindung eingeflossen sein.
Der belgische Kommentator glaubt jedoch, dass Wellens anschließend versucht habe, sich doch noch für das Straßenrennen ins Aufgebot zu fahren – erfolglos:
„Wellens hat die Tour of Britain gewonnen. Ich weiß, dass es von Wellens selbst letztlich einen Versuch gab, eine Art öffentliche Bewerbung. Aber die Auswahl wurde bereits am nächsten Tag getroffen, und alle Plätze waren schon vergeben.“
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