Die Gerüchte waren in diesem Frühjahr heftig,
Jhonatan Narváez könne
UAE Team Emirates - XRG verlassen und zu Netcompany INEOS zurückkehren. Doch das Blatt hat sich gewendet, und die Erfolge des Ecuadorianers in den vergangenen anderthalb Monaten haben ihm die Entscheidung über seine kommenden Jahre erleichtert.
Ein Abschied wäre nur für hohe Ablöse infrage gekommen, nach der überragenden Arbeit von Narváez rund um Tadej Pogacar 2025, inklusive Milano-Sanremo, der Tour Auvergne-Rhône-Alpes und der Tour de France. Mit enormer Explosivität und einer bislang unerreichten Leistungsfähigkeit im Hochgebirge wurde Narváez zu einem extrem wertvollen Bestandteil von UAE.
Dementsprechend wurde alles unternommen, um seinen Vertrag zu sichern. „Ich bin sehr glücklich, meinen Vertrag mit UAE Team Emirates-XRG zu verlängern“, sagte Narváez in einer
Pressemitteilung. „Vom ersten Moment an habe ich das Vertrauen des Teams gespürt und schnell gewusst, dass dies der richtige Ort für mich ist. Wir haben eine unglaubliche Gruppe von Fahrern und Mitarbeitern, und jeden Tag gibt es den echten Willen, gemeinsam besser zu werden und zu gewinnen“.
Die Verlängerung gilt bis 2029, also für die nächsten drei Saisons. „Die letzten zwei Jahre waren einige der besten meiner Karriere und ich glaube, dass ich mich hier weiterentwickeln kann. Wir haben bereits viel zusammen erreicht, aber ich habe das Gefühl, dass noch viel mehr möglich ist. Ich bin gespannt, diese Reise fortzusetzen und in den kommenden Jahren weiter zum Erfolg dieses Teams beizutragen.“
Jhonatan Narváez and Tadej Pogacar on the Poggio, Milano-Sanremo 2025
Narváez, die ultimative Waffe für UAE
2026 erhielt der Ecuadorianer mehr Freiheiten als Kapitän, nur eine Verletzung bremste ihn aus. Beim Tour Down Under dominierte er gemeinsam mit Jay Vine das Rennen, bis Narváez stürzte. Er verpasste den gesamten Frühjahrskalender, kehrte jedoch zum Giro d’Italia in beeindruckender Form ins Renngeschehen zurück.
Narváez gewann drei Etappen, eine aus einem reduzierten Sprint und zwei aus Ausreißergruppen. Das brachte ihn sogar auf Kurs Richtung Maglia Ciclamino, obwohl dies bis zur Rennhalbzeit nie ein Ziel war.
Dann musste er das Rennen mit einer kleinen Verletzung aufgeben, doch erneut schien ihn nichts aufzuhalten: Bei der Ronde von der Schweiz war seine Form abermals glänzend. Auf der 2. Etappe arbeitete Tadej Pogacar persönlich für seinen Teamkollegen, doch die Fluchtgruppe setzte sich durch und Narváez blieb in der Verfolgergruppe hinter dem Weltmeister.
Am Folgetag erhielt Narváez die Freiheit, in die Gruppe zu gehen, nutzte die Chance konsequent und gewann mit kleinem Vorsprung, während UAE dahinter die Nachführarbeit, wo möglich, störte. Das war ein klares Bekenntnis des Teams zu den eigenen Ambitionen des Ecuadorianers. Die Verlängerung ist ein Zeichen des gegenseitigen Vertrauens zwischen beiden Seiten.