Enric Mas ist seit mehr als einem halben Jahrzehnt die Grand-Tour-Referenz beim
Movistar Team und seit Alejandro Valverdes Abschied 2022 auch die prägende Figur der Mannschaft. Dennoch hat er seit jenem Jahr (Giro dell’Emilia) kein Rennen mehr gewonnen und stand in den sechs seither bestrittenen Grand Tours nur einmal auf dem Podium.
Weil die von Telefónica unterstützte Equipe traditionell auf Gesamtwertung setzt, wagte sie im vergangenen Winter einen mutigen Transfer und verpflichtete
Cian Uijtdebroeks – ein Top-Talent, das bei Visma nicht zündete und nun zeigen soll, ob es im neuen Umfeld funktioniert.
Der Schritt war umso spannender, als Eusebio Unzués Team budgetär keine Galaktischen oder heißesten Versprechen stemmen kann (ob Jungstars oder etablierte Asse, sie landen meist bei UAE, Red Bull, Lidl und INEOS).
Nach seinem souveränen Sieg bei der Tour de l’Avenir 2022 stieg er 2023 mit nur 20 Jahren zum Team Red Bull - BORA Hansgrohe auf. Die Saison machte Hoffnung: Bei allen fünf gefahrenen Etappenrennen landete er in den Top 10.
Uijtdebroeks-Ergebnisse 2023
| Cians Rennen 2023 | Ergebnisse |
| Tour of Oman | 9. |
| Katalonien-Rundfahrt | 9. |
| Tour de Romandie | 6. |
| Tour de Suisse | 7. |
| Vuelta a España | 8. |
Seine Konstanz stach heraus, vor allem der achte Platz beim Debüt über drei Wochen bei der Vuelta, der ihn endgültig als einen der Zukunftsfahrer bestätigte.
Dann jedoch, vielleicht schlecht beraten oder aus eigenem Antrieb, fixierte er sich darauf, das damals noch reine BORA ohne Red-Bull-Unterstützung zu verlassen, um zu Visma zu wechseln. Er hatte Vertrag, löste ihn aber, und das niederländische Team zahlte die Ausstiegsklausel. Damit rückte er stärker in den Fokus, als nötig war, und trug – ob gewollt oder nicht – mit Blick auf 2024 zusätzliche Last.
Er startete 2024 optimistisch und mit ähnlichen Ergebnissen, fuhr Top 10 bei O Gran Camiño und Tirreno–Adriatico. Nach einer ungleichmäßigen Kampagne gab er die Katalonien-Rundfahrt aus Müdigkeit auf, ab da lief es auseinander. Beim Giro d’Italia stieg er trotz ordentlicher GC-Position aus, ebenso bei der Vuelta a España, wo er nicht glänzte. In der Schweiz und in Burgos fehlte der Punch. Kurz: Nach einem vielversprechenden 2023 endete 2024 abrupt mit Fragezeichen und schwachem Gefühl.
| Cians Rennen 2024 | Ergebnisse |
| O Gran Camiño | 5. |
| Tirreno–Adriatico | 7. |
| Katalonien-Rundfahrt | DNF |
| Giro d’Italia | DNF |
| Tour de Suisse | 35. |
| Vuelta a Burgos | 26. |
| Vuelta a España | DNF |
Wie Visma Cian Uijtdebroeks den Ausgang zeigte
Anfang 2025, nur wenige Monate nachdem Visma seine Klausel bezahlt hatte, wirkte das Verhältnis bereits irreparabel. Der Belgier war für keine Grand Tour vorgesehen.
Führungsrollen bei großen WorldTour-Rennen gab es nicht, die Team-Botschaften wurden zunehmend deutlicher, bis zum klarsten Wink für scheidende Fahrer: ein Start bei der Tour of Guangxi. Und doch war es das Jahr seines ersten Gesamtsiegs bei einem Etappenrennen:
| Cians Rennen 2025 | Ergebnisse |
| Tour of Oman | 5. |
| Tirreno–Adriatico | DNF |
| Tour de l’Ain | 1. |
| Tour of the Czech Republic | 2. |
| Tour of Slovakia | 5. |
| Tour of Guangxi | 6. |
Am Ende akzeptierte der Belgier das Angebot des Movistar Teams, das ihm volle Rückendeckung in Aussicht stellte.