„Mein Team war in Hochform“ – Lotte Kopecky gewinnt die 4. Vuelta-Etappe und erobert La Roja

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 06 Mai 2026 um 18:42
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Lotte Kopecky hat bei der La Vuelta Femenina 2026 endlich den lange ersehnten Etappensieg gefeiert – und gleichzeitig die Gesamtführung übernommen. Nach mehreren knapp verpassten Chancen setzte sich die Belgierin auf der 4. Etappe in Antas de Ulla im Sprint einer reduzierten Gruppe durch.
Für die Fahrerin von SD Worx - Protime war es die Erlösung nach zwei zweiten Plätzen zum Auftakt und der bitteren Rückversetzung auf der 2. Etappe. Mit ihrem Erfolg übernahm Kopecky zugleich das Rote Trikot der Gesamtführenden – rechtzeitig vor den entscheidenden Bergetappen der kommenden Tage.

„Es war wichtig, weiter daran zu glauben“

„Erleichterung? Ja, definitiv“, sagte Kopecky anschließend im Gespräch mit Sporza. „Beine und Form waren da. Ich kam immer wieder ganz nah heran, also war es wichtig, weiter daran zu glauben.“
Lotte Kopecky feierte in Antas de Ulla ihren ersten Etappensieg bei der La Vuelta Femenina 2026 und übernahm La Roja
Lotte Kopecky feierte in Antas de Ulla ihren ersten Etappensieg bei der La Vuelta Femenina 2026 und übernahm La Roja
Der Weg zum Sieg war allerdings alles andere als einfach. Lange Zeit drohte die Etappe den Favoritinnen aus den Händen zu gleiten.
Eine offensive Fluchtgruppe verteidigte ihren Vorsprung bis tief in die Schlussphase und lag zehn Kilometer vor dem Ziel noch immer mehr als eine Minute vor dem Feld. Auf den welligen Straßen Galiciens wurde die Nachführarbeit dadurch zunehmend hektisch.
„Als es 7 Kilometer vor dem Ziel noch mehr als eine Minute auf die zwei Ausreißerinnen war, hatte ich kurz Angst, dass es nicht mehr zurückkommt“, gab Kopecky offen zu.

SD Worx dreht das Rennen im Finale

Umso wichtiger wurde die Arbeit von SD Worx - Protime in der Verfolgung. Mit wachsendem Tempo in den letzten Kilometern bekam das Peloton die Kontrolle über das Rennen schließlich zurück.
Die beiden letzten Ausreißerinnen wurden letztlich 2,5 Kilometer vor dem Ziel eingeholt – genau rechtzeitig für den geplanten Sprint. „Mein Team war on fire, um alle Attacken zu neutralisieren und mich perfekt zu positionieren“, erklärte Kopecky.
Das Finale entwickelte sich anschließend erneut zu einer hektischen Positionsschlacht. Mehrere Kurven und ständige Tempowechsel machten einen klassischen Sprintzug nahezu unmöglich und zwangen die Fahrerinnen immer wieder zum Improvisieren.
„Es ging nur um die Position. Ich musste von Rad zu Rad springen“, sagte Kopecky.
Selbst die Belgierin wurde vom Timing des Sprints überrascht. „Plötzlich sah ich den Zielstrich, und ich hatte noch die Hände an den Schalthebeln. Also musste ich schnell in den Unterlenker greifen, um meinen Sprint zu lancieren.“

Etappensieg und Gesamtführung

Trotz des hektischen Finals setzte sich Kopecky am Ende souverän durch und sicherte sich neben dem Tagessieg auch das Rote Trikot.
Dabei hatte Franziska Koch kurz zuvor mit Bonussekunden beim Zwischensprint ihre Führung zunächst noch verteidigt.
„Ich wusste, dass Koch beim Zwischensprint zwei Sekunden geholt hatte, aber dass im Ziel noch alles möglich war“, sagte Kopecky. „Ich bin sehr glücklich, dass unser kleiner Plan aufgegangen ist.“
Nach mehreren Tagen voller Frust und knapp verpasster Chancen reist Kopecky nun mit neuem Selbstvertrauen und im Leadertrikot in die bevorstehenden Bergetappen der Vuelta.
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