Mattias Skjelmose könnte Lidl-Trek nur wenige Monate nach seiner Vertragsverlängerung verlassen – angesichts seiner Schwierigkeiten bei der Vuelta a España

Radsport
Montag, 31 August 2026 um 17:30
Mattias Skjelmose on stage 8 of the 2026 Tour de France
Mattias Skjelmose hat seinen aktuellen Vertrag mit Lidl-Trek Anfang dieses Jahres verlängert, doch das könnte bald Makulatur sein. Am Ruhetag der Vuelta a España kam das Gerücht auf, der Däne wolle das Team verlassen, um klare Führungsrolle zu finden.
Skjelmose wurde 2021 bei Lidl-Trek Profi und zählt zu den Fahrern, die sich im Team in den vergangenen Jahren am stärksten entwickelt haben. Mit 25 Jahren ist er ein gesetzter Kapitän und Landsmann mehrerer zentraler Figuren der Mannschaft. Seine Präsenz brachte starke Ergebnisse, aber auch einen internen Kampf um die Hierarchie.
Seit dem Einstieg von Lidl 2023 als Titelsponsor ist das Budget gestiegen, und mehrere starke Kletterer kamen ins Aufgebot. In diesem Winter ließen die Verpflichtungen von Juan Ayuso und Derek Gee das deutsche Team in der Breite wachsen, erschwerten aber zugleich die Vergabe einer alleinigen Führungsrolle für jeden Einzelnen.

Ärger im Paradies?

CyclingUpToDate kann bestätigen, dass Skjelmose für 2025 die alleinige Kapitänsrolle beim Giro d’Italia 2026 zugesichert wurde, nachdem ihm 2025 wegen der Präsenz von Jonathan Milan und anderer prominenter Fahrer wesentliche Unterstützung entzogen worden war. Ebenso können wir bestätigen, dass Skjelmose von seinem Programm 2026 aus den Medien erfuhr und nicht durch das Management.
Da sein Vertrag bis 2026 läuft, wurde daraufhin spekuliert, er könne am Saisonende wechseln. Grund: In den Ardennen sollte er sich die Kapitänsrolle mit Juan Ayuso teilen und bei der Tour de France als Helfer des Spaniers fahren.
Nur wenige Tage später bestätigte Lidl-Trek jedoch Skjelmoses Vertragsverlängerung bis 2028 und beendete damit vorerst die Spekulationen. Am ersten Ruhetag der Vuelta a España berichtete Het Laatste Nieuws, Skjelmose sei mit seiner aktuellen Rolle unzufrieden und wolle gehen.
Mattias Skjelmose bei der Tour de France 2026
Mattias Skjelmose wurde Sechster bei der Tour de France

Skjelmoses Prioritäten wirken nachgeordnet

Der Däne, Sieger der Amstel Gold Race 2025 vor Tadej Pogacar und Remco Evenepoel, spulte in diesem Jahr sein Programm zügig ab. Wegen Ayusos Verletzungen erhielt er in den Ardennen die Kapitänsrolle, wurde Zweiter bei Amstel und Fünfter bei Lüttich–Bastogne–Lüttich.
Die Zusammenarbeit mit dem Spanier schadete seinen Ambitionen nicht: Beide führten gemeinsam die Tour Auvergne-Rhône-Alpes und die Tour de France an, hatten ähnliche Form und mussten einander nicht opfern. Skjelmose wurde in beiden Rennen Sechster.
Bei der aktuellen Vuelta a España jedoch entfachte die Nichtnominierung von Carlos Verona die Debatte, ob das Team es mit der Gesamtwertung ernst meint. Skjelmose liegt nach neun Etappen – erneut – auf Rang sechs, war in den Bergen aber auffallend isoliert.
Team-DS Kim Andersen zeigte sich nach Etappe 4 offen enttäuscht über die fehlende Unterstützung für Skjelmose bei der laufenden Vuelta: „Das ist nicht gut genug. Ich finde es nicht enttäuschend, dass Mads Pedersen nach einem 25-Kilometer-Anstieg nicht dabei ist, aber wir haben andere Fahrer, die in den Bergen besser sein müssen.“
Mit Gerüchten um einen möglichen Zugang von Felix Gall würde selbst die Abkehr von Giulio Ciccone von Grand-Tour-GC-Zielen Skjelmose keinen Freiraum verschaffen, um in dreiwöchigen Rennen alleiniger Kapitän des Teams zu sein.
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