„Ich konnte meinen Job nicht richtig machen“ – Frust bei einem Decathlon-Teamkollegen von Felix Gall, während der Kapitän betont, bei der Vuelta a Espana sei alles in Ordnung

Radsport
Montag, 31 August 2026 um 14:00
Felix Gall during the Vuelta a Espana
Felix Gall betont, dass er sich gut fühlt, als die Vuelta a España den ersten Ruhetag erreicht. Nach neun Etappen und dem plötzlichen Ausstieg von Tadej Pogacar nach einem Sturz ist die Gesamtwertung weit offen, mehrere Anwärter kämpfen um das Rote Trikot.
Der Österreicher mischt im Kampf um Rot vorne mit und liegt nach Etappe 9 nur 1:39 hinter Leader Enric Mas. Auf den bisherigen schweren Anstiegen überzeugt Gall, zudem steht ihm für die letzten zwei Wochen eine starke Kletterhilfe zur Seite.
Decathlon übernahm auf mehreren Etappen früh die Initiative und kontrollierte das Tempo in der Favoritengruppe, noch bevor UAE aus dem Kampf um Rot ausschied.
Auf Etappe 9 zahlte sich das aggressive Tempo am Schlussanstieg nicht aus: Gall war isoliert und verlor einige Sekunden auf Primoz Roglic, Oscar Onley und Mas.
„Vielleicht waren wir heute etwas zu forsch“, sagte Gall nach Etappe 9.

Gall fest im GC-Kampf

„Ich musste mein eigenes Tempo fahren, aber ich glaube, ich habe den Schaden in Grenzen gehalten. Es ist nicht der schlechteste Tag – mir ging am Ende etwas die Luft aus. Wir fahren auf hohem Niveau. Das Team ist unglaublich stark, ich fühle mich gut.“
Mas, Roglic und Onley bilden zusammen mit Gall das führende Quartett, nach neun Etappen trennen die Top vier lediglich 2:20.
Doch Decathlon-Teamkollege Gregor Mühlberger ließ durchblicken, dass er die Teamtaktik kritisiert, weil er wegen des hohen Tempos im Finale keine Unterstützung mehr leisten konnte.
Decathlon kontrollierte weite Teile der 9. Etappe
Decathlon kontrollierte weite Teile der 9. Etappe

Mühlberger kritisiert offenbar die Taktik auf Etappe 9

„Ich hätte so ab sieben oder sechs Kilometern von vorn fahren sollen, also war ich etwas zu früh im Wind und konnte meinen Job nicht richtig machen“, sagte Mühlberger. „Das war nicht perfekt, würde ich sagen. Aber manche Jungs waren heute stärker als andere, und damit hatten wir nicht gerechnet.“
„Das Team ist großartig, das Team ist super stark. Ich bin nicht wirklich enttäuscht, aber wir müssen in den nächsten zwei Wochen im Funk mehr sprechen, wie wir uns fühlen und wie wir unsere Arbeit machen können. Wir haben viel probiert. Ich denke, wir haben wieder gezeigt, dass wir ziemlich offensiv fahren“, ergänzte Mühlberger.
Die zweite Woche der Vuelta bietet Decathlon weitere Chancen im GC-Kampf, denn jede Etappe enthält nennenswerte Anstiege. Vier der sechs Etappen dieser Woche weisen über 3000 Höhenmeter auf – es wird erneut eine brutale Rennwoche.
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