Tadej Pogacar konnte sich auf der 17. Etappe der Tour de France 2024 einfach nicht zurückhalten. Während die Gruppe des Gesamtführenden sich scheinbar damit begnügte, einzurollen und ihre Beine für einen anderen Tag aufzusparen, überraschte der Maillot Jaune-Träger alle mit einer brutalen Attacke am vorletzten Anstieg.
Obwohl es sowohl Jonas Vingegaard als auch Remco Evenepoel schließlich gelang, zum Leader des UAE Team Emirates aufzuschließen, wobei letzterer bis zur Ziellinie sogar 10 Sekunden aufholen konnte, weigert sich Pogacar, seinen Vorsprung von über drei Minuten in der Gesamtwertung einfach zu verteidigen, während die Zahl der verbleibenden Etappen immer weiter sinkt.
"Es ist ein Tag weniger zu fahren, und es war ein sehr guter Tag", sagt der Inhaber des Maillot Jaune in seinem Interview nach der Etappe. "Es war eine sehr schnelle Etappe - und es fühlte sich 120 km lang an wie ein Juniorenrennen! Es war ein sehr harter Tag, einer von denen, an denen man viel Energie verbraucht. Das Team Visma - Lease a Bike ist heute ein tolles Rennen gefahren, denn sie waren sehr aggressiv. Ich weiß nicht genau, ob sie mich ärgern oder uns stressen wollten."
Was seinen Angriff und die scheinbar aus dem Nichts kommende Aktion angeht, so scheint selbst Pogacar ein wenig überrascht worden zu sein. "Manchmal weiß ich nicht, warum ich angreife - selbst ich weiß es nicht mehr!" Pogacar lacht laut auf. "Ich schätze, ich habe den Anstieg einfach genossen, denn er war steil und super schön, und ich wollte angreifen, um meine Beine in dieser dritten Woche zu testen und zu sehen, ob ich eine Lücke oder so etwas bekommen könnte. Am Ende war es Remco, der einen super guten Angriff startete und sich absetzte. Ohne die Visma-Jungs hätte er noch mehr Zeit auf Jonas und mich herausgeholt", so das Fazit des UAE Team Emirates-Fahrers, das für seine Bemühungen zwei weitere Sekunden auf den nächsten Herausforderer Vingegaard gutmachen konnte.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.