„Manchmal muss ich einfach ein bisschen Geduld haben“ – Kein Glück, keine Ausbeute für Mathieu van der Poel bei der Tour de Suisse

Radsport
Samstag, 20 Juni 2026 um 13:45
Mathieu van der Poel
Mathieu van der Poel reiste zur Formüberprüfung in die Schweiz, um sich auf die Tour de France vorzubereiten. Chancen auf einen Etappensieg fand er bislang nicht. Der Niederländer erhielt keine Freiheiten für Ausreißversuche, während die Etappen von Beginn an hart gefahren wurden und das Tempo an den Anstiegen über seinem Limit lag.
Auf Etappe 1 galt er als einer der Favoriten. Doch Tadej Pogacar sprengte mit einer Attacke 70 Kilometer vor dem Ziel am schwersten Abschnitt das Rennen. Auf diesem Terrain konnte der Alpecin - Premier Tech-Profi nicht folgen. Auf Etappe 2 gewann die Fluchtgruppe, doch die Schlusssequenz der Anstiege wurde im Peloton von Anfang an mit sehr hoher Pace gefahren, wodurch van der Poels Explosivität wirkungslos blieb.

Keine Freiheit für die siegreiche Ausreißergruppe

Etappe 3 bot eine Chance für die Ausreißer. Im Feld wollte jedoch niemand van der Poel vorne sehen. „Sie haben ziemlich aggressiv reagiert, als ich ging. Also habe ich schnell entschieden, Energie zu sparen und auf den Sprint zu setzen“, sagte van der Poel gegenüber AD.
In einem überschaubaren Sprinterfeld hätte er eine Chance gehabt. Doch erneut siegte die Flucht, Jhonatan Narváez holte den Tagessieg. „Schade, dass es ganz knapp nicht gereicht hat. Am Ende kamen wir noch einmal nahe heran. Mit 20 Kilometern to go hatte ich die Hoffnung schon etwas aufgegeben.“ Dahinter wurde van der Poel Dritter des Pelotons und Fünfter der Etappe.
„Es war auch weniger heiß. Dadurch fühlte ich mich sofort deutlich besser. Ich bin zufrieden. An den Anstiegen zu Beginn der Etappe konnte ich ohne Probleme mitgehen.“

Van der Poel testet seine Form

Etappe 5 in den Hochalpen liegt naturgemäß außerhalb von van der Poels Reichweite. Das Zeitfahren am Samstag hingegen nicht, dort kann er in einem Feld mit wenigen ausgewiesenen Spezialisten realistisch ein starkes Resultat anpeilen. „Der Plan ist, am Samstag wieder voll zu fahren. Dann sehen wir, wie es sich anfühlt.“
Am Ende wird van der Poel die Tour de Suisse jedoch ohne nennenswertes Ergebnis verlassen und in Richtung Tour de France blicken. „Es lief nicht so gut, wie ich gehofft hatte. Wir kommen auch gerade von einem harten Trainingslager, in dem wir mit dem Team intensiv gearbeitet haben. Dort lief alles gut, aber vielleicht habe ich die Nachwirkungen gespürt. Manchmal muss ich einfach etwas Geduld haben“, resümierte er.
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