„Man muss Chancen mit beiden Händen ergreifen“ – Afonso Eulalio setzt seine Mission in der Giro-Gesamtwertung mit einer glänzenden Zukunft vor Augen fort

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 26 Mai 2026 um 16:30
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Afonso Eulalios Zeit im Rosa Trikot beim Giro d’Italia ist vorbei. Der portugiesische Kletterer hat das Symbol des Gesamtführenden zwar verloren, doch sein Blick bleibt klar auf ein starkes Klassement gerichtet.
Ein Platz in den Top 10 scheint ihm kaum noch zu nehmen zu sein. Mehr noch: Der neue Hoffnungsträger von Bahrain - Victorious will diese Erfahrung nutzen, um sich für künftige Angriffe auf Grand-Tour-Gesamtwertungen weiterzuentwickeln.

Eulalio bleibt voll auf die Gesamtwertung fokussiert

Eulalio hatte auf der 5. Etappe von einer Fluchtgruppe profitiert und sich damit an die Spitze der Corsa Rosa gesetzt. Weil Lidl-Trek im Feld keine Unterstützung erhielt, bekamen die Ausreißer mehrere Minuten Vorsprung – eine Gelegenheit, die der Portugiese konsequent nutzte. Bis in die Alpen hinein, auf Etappe 14, verteidigte er die Führung.
Afonso Eulalio hat das Rosa Trikot verloren, kämpft beim Giro d’Italia aber weiter um ein starkes Gesamtresultat.
Afonso Eulalio hat das Rosa Trikot verloren, kämpft beim Giro d’Italia aber weiter um ein starkes Gesamtresultat.
Im Aostatal musste Eulalio das Rosa Trikot schließlich an Jonas Vingegaard abgeben. Seine Verluste hielt er jedoch in Grenzen: In der Gesamtwertung liegt er weiter auf Rang zwei, zudem führt er die Nachwuchswertung vor Giulio Pelizzari an.
„Wir werden sicher weiter für ein gutes Gesamtklassement kämpfen. Wenn man solche Chancen bekommt – schließlich liege ich derzeit auf Platz zwei –, muss man sie mit beiden Händen ergreifen“, sagte Eulalio am Morgen in Bellinzona gegenüber CyclingPro.net.
„Ich werde dafür kämpfen, und ich möchte daraus auch viel für die kommenden Jahre lernen. Es geht also nicht nur um die Gesamtwertung, sondern ebenso um den Lernprozess.“

Steile Lernkurve bei Bahrain - Victorious

Der 24-Jährige findet sich plötzlich in einer Rolle wieder, mit der er selbst nicht gerechnet hatte. Antonio Tiberi und Lenny Martínez richten ihren Fokus auf die Tour de France, sein vorgesehener Kapitän Santiago Buitrago stürzte aus dem Rennen – und auf einmal erhielt Eulalio Unterstützung von Damiano Caruso, einem Giro-Routinier und früheren Podiumsfahrer.
Für sein Debüt als Klassementfahrer über drei Wochen fügten sich damit viele Umstände günstig zusammen. Eulalio hat diese Chance angenommen und will darauf in Zukunft aufbauen. Als robuster und bislang bemerkenswert konstanter Fahrer in diesem Giro darf er ähnliche Resultate künftig auch bei anderen großen Rennen ins Auge fassen.
In diesen Wochen lernt Eulalio vor allem durch die neue Verantwortung. „Vor allem, wie ich mein Rennen einteile. Normalerweise denke ich nicht so sehr ans Kräfte sparen. Ich fahre einfach, verbrate viel Energie und stelle mich in den Dienst meiner Teamkollegen.“
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