„Man kann nicht einfach etwas in die Welt setzen“ – Fabio Jakobsen geht Tom Dumoulin nach scharfen Aussagen scharf an

Radsport
Dienstag, 07 Juli 2026 um 23:00
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Fabio Jakobsen galt einst als das Goldkind des Sprints, doch seit seinem schweren Sturz 2020 gab es mehr Komplikationen als Glücksmomente.
Trotz der brutalen Folgen seines Crashs bei der Tour de Pologne 2020 kämpfte sich Jakobsen zurück, holte ein Jahr später das Punktetrikot und drei Etappensiege bei der Vuelta, dazu 2022 den EM-Titel und einen Tour-de-France-Etappensieg.
Seit der Niederländer jedoch 2024 zu Picnic PostNL wechselte, nagen gesundheitliche Probleme an seiner Freude am Radsport. Vor allem die verengte Beckenschlagader, die im April vergangenen Jahres behandelt wurde. Eigentlich sollte das seine Probleme lösen, doch ein echtes Comeback blieb bislang aus.
So kommt es, dass Jakobsen 2026 lediglich drei Top-20-Ergebnisse eingefahren hat. Da auch das gesamte Team Picnic PostNL in einer schwierigen Lage steckt, blieb Jakobsens Formkrise nicht unbemerkt – unter anderem bei den Ex-Profis Thomas Dekker und Tom Dumoulin. Deren Kommentare verärgerten Jakobsen.

Nicht profi-würdig

Im vergangenen Monat sagte Dumoulin, Jakobsen habe „überhaupt kein niveau, das eines Profis würdig ist“. Das frustriert den Sprinter enorm.
„Kritik von Thomas Dekker habe ich zuvor schon in seinem Podcast bekommen. Ich glaube, die Jungs nennen sich Analysten“, eröffnet Jakobsen im Podcast In Het Peloton. „Das weckt in mir definitiv Wut und Aggression. Wo zieht man die Grenze zwischen Analysieren und Journalismus?“
Seiner Ansicht nach sollten Dumoulin und Dekker genauer überlegen, was sie sagen. „Sie sitzen da auch mit einem Mikrofon am Tisch. Dann hat man eine gewisse Pflicht gegenüber den Menschen, über die man spricht. Das hat bei mir als Radfahrer sofort eine Frage aufgeworfen: Wo verläuft die Grenze zwischen Analyst und Journalist?“

Kein Raum für Spekulationen

Was den 29-Jährigen besonders ärgert: Er kennt beide persönlich. Und dennoch sind sie hinter seinem Rücken vorgegangen.
„Tom hätte mich anrufen können. Wenn der große Dumoulin etwas über Fabio Jakobsen sagt, den Landei-Jungen aus Heukelum, sorgt das für ordentlich Wirbel. Ich habe viele Fragen von Bekannten und Journalisten bekommen. Ich muss sie alle beantworten. Teils on the record, teils off the record.“
Fabio Jakobsen nach seinem EM-Titel in München
Fabio Jakobsens EM-Titel 2022 war sein letzter großer Sieg
Jakobsen spricht in Interviews oft offen, doch nicht alles lässt sich jederzeit kommunizieren. „Es gibt Dinge, über die ich einfach nicht sprechen kann, weil das noch mehr Wirbel verursachen würde. Mir fällt es wirklich schwer, so etwas selbst zu thematisieren, vor allem wenn es einen anderen Fahrer betrifft und negativ ist. Man kennt schließlich nie die ganze Geschichte.“
Genau das stört ihn. „Was ich Tom und Thomas am meisten ankreide: Als Ex-Fahrer wissen sie, dass man nicht einfach irgendetwas in die Welt setzen kann.“
Jakobsen räumt ein, weit von seiner Bestform entfernt zu sein, doch Spekulationen seien fehl am Platz. „Ich stimme zu, dass ich derzeit nicht gut genug bin und vielleicht nicht WorldTour-würdig. Aber wenn man spekuliert und sagt, ich könnte ein Virus oder etwas anderes haben, dann sollte man mich zuerst anrufen.“
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