Das große Finale der
Tour de France 2026 kreist um den ikonischen Anstieg nach Alpe d’Huez, doch weniger als vier Wochen bevor die diesjährige Ausgabe ihre entscheidende vorletzte Etappe erreicht, wurde der Col de Sarenne binnen einer Woche zum zweiten Mal von einem Murgang getroffen. Das schürt neue Zweifel an der Sicherheit der Strecke.
Von Météo Oisans am Montag geteilte Aufnahmen zeigten Schlamm und Geröll auf der Bergstraße, nur wenige Tage nachdem ein erster Erdrutsch am 25.–26.06. die Route vorübergehend gesperrt hatte, bevor Räumtrupps sie säuberten und wieder freigaben.
Etappe 20 startet in Le Bourg d’Oisans, misst 170,9 km und weist rund 5.450 Höhenmeter auf. Das Feld nimmt den Col de la Croix de Fer, den Col du Télégraphe und den Col du Galibier in Angriff, bevor der entscheidende Anstieg zum Col de Sarenne folgt. Der 12,8 km lange Berg weist im Schnitt 7,3 % auf, mit Passagen nahe 10 %, und der 1.999 Meter hohe Scheitel liegt nur 14,4 km vor dem Ziel.
„Als ob sich die Natur selbst gegen das Rennen stellte…“
Die Schlagzeilen reißen für die Organisatoren nicht ab. Fast, als lege sich eine höhere Macht gegen die Aufnahme des Anstiegs. Der Col de Sarenne stand bereits im Vorfeld dieser Ausgabe im Zentrum einer Kontroverse.
Eine Petition gegen seine Aufnahme sammelte über 10.000 Unterschriften. Die Initiatoren argumentieren, der Zustrom von Zuschauern, Fahrzeugen und TV-Helikoptern könne die geschützte Fauna und die fragile Vegetation des Ferrand-Tals gefährden. Ähnliche Umweltbedenken wurden bereits vor dem bislang einzigen Tour-Besuch des Passes im Jahr 2013 geäußert.