Remco Evenepoel steht zu seiner Teamrolle: „Ich habe gute Arbeit für Lipowitz geleistet, aber auch für mich selbst“

Radsport
Samstag, 28 März 2026 um 20:15
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Remco Evenepoels Sicht auf die sechste Etappe der Volta a Catalunya 2026 unterschied sich von jener von Florian Lipowitz, nachdem Red Bull - BORA - hansgrohe das Rennen umgekrempelt, den Sieg aber verpasst hatte.
Während Lipowitz die verpasste Chance hinter Jonas Vingegaard betonte, verwies Evenepoel vielmehr auf das, was der Vorstoß beiden eingebracht hatte. „Das war gut für ihn, aber auch für mich, denn ich habe auf die Fahrer hinter mir viel Zeit gutgemacht“, sagte er danach bei Sporza.

Abfahrtsattacke prägt die Etappe

Der entscheidende Moment kam vor dem Schlussanstieg, als das Feld auf einer technischen Abfahrt zerfiel und sich eine verkleinerte Gruppe absetzte.
Evenepoel forcierte dort das Tempo, nutzte das Terrain, um Lücken zu reißen, und brachte Lipowitz in die Spitzengruppe, die die Etappe entscheiden sollte. „Ich wusste, dass es eine technische Abfahrt ist und dort etwas passieren kann“, erklärte er. „Im Tal konnte ich mit einem Bahrain-Fahrer zusammenarbeiten. Am Schlussanstieg bin ich einfach ein hartes Tempo bis oben gefahren. Am Ende verliere ich nur rund zehn Sekunden auf Lipowitz und Martinez.“
Von dort fiel die Entscheidung am Anstieg nach Queralt, wo Vingegaard attackierte und davonzog, während Lipowitz und Lenny Martinez das Podium dahinter komplettierten.

Plan unterwegs angepasst

Evenepoel war nicht mit dieser Rolle in die Etappe gestartet, passte sie aber an, sobald seine Beine an den Anstiegen Klarheit gaben. „Es war eigentlich eine Entscheidung aus dem Moment heraus, denn der Plan war, am vorletzten Anstieg etwas zu probieren“, sagte der Olympiasieger. „Zur Hälfte dieses Anstiegs habe ich gemerkt, dass die Beine nicht super sind. Gut genug, um hart zu fahren, aber ich hatte nicht das Gefühl, über mein Limit gehen zu können. Ich wollte auch kein Risiko eingehen.“
Geprägt war sein Ansatz zudem von den Nachwirkungen seines früheren Sturzes. „Nach dem Sturz hatte ich ein paar schwierige Tage. Der Einschlag war größer als erwartet.“

Eine Chance bleibt

Da das Gesamtklassement nun weitgehend sortiert ist, richtet Evenepoel den Blick auf die Schlussetappe in Barcelona. „Die morgige Etappe nach Barcelona sollte mir liegen. Das Gesamtklassement ist mehr oder weniger entschieden, also denke ich, dass es Spielraum gibt, etwas zu versuchen.“
Nach der kompletten Teamarbeit am entscheidenden Bergtag geht der Belgier ins Finale mit einer letzten Chance, selbst noch ein Ergebnis zu jagen.
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