Kann Matthew Brennans Kuurne-Sieg Visma nach dem schwierigen Start 2026 in Schwung bringen? „Wout van Aert kommt erst noch zurück“

Radsport
Sonntag, 01 März 2026 um 19:45
matthewbrennanimago1060090846
Für Team Visma | Lease a Bike war Kuurne-Brüssel-Kuurne mehr als nur ein Sieg. Es fühlte sich wie eine Befreiung an.

Analyse zu Vismas Wendepunkt bei Kuurne-Brüssel-Kuurne

Nach einem strapaziösen Opening Weekend mit Stürzen, Krankheit und Beinahe-Treffern in ganz Europa kam Matthew Brennans souveräner Erfolg genau zum richtigen Zeitpunkt.
„Es gab viele lachende Gesichter“, sagte Sportdirektor Maarten Wynants nach dem Ziel zu WielerFlits. „Wir hatten nach gestern viel Vertrauen. Wir hofften, dass es heute etwas mehr auf unsere Seite kippt. Ich denke, wir haben das Rennen wirklich kontrolliert und dann nicht mehr abgegeben.“
Dieses Gefühl der Kontrolle hatte 24 Stunden zuvor gefehlt.

Ein Wochenende, das eine Wende brauchte

Der Samstag stand im Zeichen der Frustration. Christophe Laporte rettete Rang vier beim Omloop Het Nieuwsblad, doch Brennan stürzte spät und verlor in einem Schlüsselmoment den Schwung. In Südfrankreich war Matteo Jorgenson zweimal nah dran, aber nicht nah genug, geschlagen vom 19-jährigen Paul Seixas bei der Faun-Ardèche und anschließend von Romain Gregoire bei der Faun Drôme.
Derweil hatte eine Erkrankung Wout van Aerts seinen Klassikereinstieg bereits verzögert, und Jonas Vingegaards unterbrochener Winteraufbau ließ Visma zu Beginn von 2026 ohne seine zwei sichtbarsten Aushängeschilder dastehen.
Von einer Krise konnte keine Rede sein. Für ein Team, das sonst den Takt vorgibt, war es jedoch ein verhaltener Auftakt.
Kuurne änderte die Temperatur.

Das Rennen am Kragen gepackt

Anders als beim Omloop agierte Visma proaktiv. Sie formten die Windkanten, setzten sich bei Teilungen an die Spitze und waren präsent, sobald das Rennen zerbrach.
„Heute war es vor allem eine andere Strecke“, erklärte Wynants. „Der Wind war besser, und an bestimmten Stellen waren die Straßen schmaler. Gestern wollten wir Ähnliches probieren, aber das Szenario muss passen. Das war gestern weniger der Fall als heute.“
Der Unterschied war sichtbar. Als Brennan in der Hügelfase kurz aus der Position geriet, blieb das Team ruhig. Pietro Mattio führte ihn zurück. Der Rest verriegelte die Spitze.
Im Finale war die Ausführung klinisch präzise.

Brennan als Katalysator

Wynants betonte, dass Brennans Auftritt weder Zufall noch mit Bürde überladen war. „Er ist von Natur aus sehr ruhig und reif“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass er das Gefühl hatte, unbedingt in Wouts Fußstapfen treten zu müssen. Er wollte vor allem für sich selbst gewinnen.“
Diese Unterscheidung ist wichtig. Brennan füllte kein Vakuum. Er trieb seine eigene Entwicklung voran.
Für Visma könnte diese innere Klarheit so wichtig sein wie das Resultat selbst. „Ich sehe das als ersten logischen Schritt“, ergänzte Wynants. „Er muss sich auf diesem Niveau beweisen. Das hat er getan, und jetzt kann er in die nächste Runde gehen.“

Der größere Kontext

Die übergeordnete Erkenntnis war nüchtern, aber aussagekräftig. „Unsere Fahrer sind auf Niveau“, schloss Wynants. „Das ist definitiv ermutigend. Und Wout van Aert kommt noch zurück.“
Mit anderen Worten: Das Fundament steht. Die Positionierung hat sich im Vergleich zu 2025 verbessert. Das System greift.
Wenn Brennans Kuurne-Sieg isoliert eine Ansage war, liegt seine eigentliche Bedeutung wohl im Signal der Dynamik. Ein Team, das die ersten Frühlingstage Rückschläge einstecken musste, wirkte plötzlich wieder bestimmend.
Der Kalender der Frühjahrsklassiker kennt keine Atempause. Doch wenn Visma einen Funken brauchte, um die Erzählung ihrer Saison 2026 neu zu setzen, hat Brennan ihn womöglich geliefert.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading