Joshua Tarling gibt die Vuelta a España 2026 auf – mutige Rückkehr ins Renngeschehen nach familiärer Tragödie endet früh

Radsport
Donnerstag, 27 August 2026 um 15:22
Joshua Tarling at the 2026 Vuelta a Espana
Joshuas Tarlings Vuelta a España 2026 ist vorbei. Der Abschied des Walisers wurde am Donnerstag um Etappe 6 herum bestätigt. Die genauen Umstände sind unklar, und Netcompany INEOS hat den Grund für seinen Rückzug noch nicht mitgeteilt.
Tarling startete mit einem emotionalen dritten Platz im 9,4-Kilometer-Zeitfahren durch Monaco in die Vuelta. Er saß kurz im Hotseat, bevor ihn Ethan Hayter und Tadej Pogacar verdrängten. Am Ende fehlten ihm vier Sekunden auf den Slowenen, dazu übernahm er das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
„Ich musste mich ablenken“, sagte Tarling danach. „Danke an meine Familie, dass sie mir den Segen gegeben hat, hierherzukommen und einfach noch ein Radrennen zu fahren.“
Der 22-Jährige verlor 1:41 Minuten beim uphill-Finish nach Manosque auf Etappe 2, fuhr durch die abgebrochene dritte Etappe und gab in Andorra weitere Zeit ab. Etappe 5 beendete er in der letzten Gruppe, 10:46 Minuten hinter Sieger Matthew Brennan.

Tarling durfte jederzeit aussteigen

Tarlings Start in Monaco blieb bis zur Teamkader-Meldung zwei Tage vor dem Rennen ungewiss. Sein jüngerer Bruder Finlay war am 14.08.2026 nach einem Unfall auf Etappe 8 der Volta a Portugal im Alter von 19 Jahren verstorben. Kurz darauf erlitt die Familie einen weiteren Verlust, als Großvater Gerald, der Großvater von Josh und Finlay, wenige Tage später starb.
Tarling entschied sich, die Vuelta zu Ehren seines Bruders zu fahren – mit voller Rückendeckung seiner Familie und des Teams. Seine Eltern erklärten, Finlay sei enorm stolz auf seinen älteren Bruder gewesen und habe es geliebt, ihm beim Wettkampf zuzuschauen.
Vor dem Rennen stellte Netcompany INEOS’ Director of Racing Geraint Thomas klar, dass ein Start keine Verpflichtung über drei Wochen bedeute. Das Team würde jede Entscheidung mittragen, die Tarling im Rennverlauf treffe. „Wir machen uns da nichts vor“, sagte Thomas im Watts Occurring-Podcast. „Es ist ein gewisses Risiko für ihn und das Team, dass er startet. Wenn er nach zwei Tagen denkt, es war die falsche Entscheidung, kann er natürlich nach Hause fahren.“
Thomas betonte zudem, es gebe „kein Richtig und Falsch“ in der Art, wie Tarling auf das Geschehene reagiere. Eine Verletzung, Krankheit oder andere Erklärung für seinen Ausstieg wurde bisher nicht genannt. Damit endet ein außergewöhnlich schwieriger und emotionaler Vuelta-Auftritt vorzeitig nach fünf gefahrenen Etappen.
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