Der Sportdirektor von Netcompany INEOS verspricht, während der gesamten Tour de France 2026 einen „anderen Rennstil“ zu zeigen

Radsport
Freitag, 10 Juli 2026 um 10:00
Netcompany INEOS
Die Tour de France 2026 verläuft für Netcompany INEOS bislang alles andere als glänzend. Nach dem verpassten Sieg im Auftakt-Mannschaftszeitfahren trotz Mitfavoritenstatus zeigte die Kurve nach unten. Kevin Vauquelins sechster Platz aus der Ausreißergruppe auf Etappe 4 ist bislang das engste Resultat an einem Etappensieg.
Das spiegelt die gesamte Saison 2026 des britischen Teams wider. Der Winter brachte neue Ambitionen dank der Verpflichtungen von Oscar Onley und Kevin Vauquelin. Doch Onleys Verletzung führte unmittelbar zum Ausfall bei der Tour, während sein französischer Teamkollege bisher von kleineren Krankheiten und Pech gebremst wurde.
Ex-Movistar-Roadcaptain Imanol Erviti sitzt während der laufenden Tour bei Netcompany INEOS am Steuer. Der erfahrene Spanier ist mit dem bisherigen Verlauf keineswegs zufrieden, gibt die Hoffnung auf eine Wende in der zweiten Rennhälfte jedoch nicht auf.
„Was dich motiviert, sind die Erinnerungen an die guten Tage“, sagt Erviti bei MARCA auf die Frage, ob er das Fahren selbst vermisse: „An solchen Tagen bist du neidisch oder willst zurück ins Feld, aber diese Phase ist vorbei. Ich habe es genossen und fühle mich privilegiert“, erklärt er.

Alles begann in Barcelona

Mit einer Equipe gespickt mit Weltklasse-Zeitfahrern – den Ex-Weltmeistern Filippo Ganna, Tobias Foss und dem Europameister Joshua Tarling unter anderem – zielte das britische Team in den Straßen von Barcelona hoch. Doch das Glück fehlte, als Kapitän Kevin Vauquelin ein Defekt traf, der das Team am Etappensieg und am Gelben Trikot um nur 8 Sekunden brachte.
„Wir waren im Mannschaftszeitfahren sehr nah dran – eine Disziplin, in der selten alles perfekt läuft“, sagt Erviti mit Blick auf Vauquelins Defekt. „Für uns war es auch nicht einfach, wie für viele andere Teams. Wir waren knapp dran, aber es hat nicht ganz gereicht.“
Filippo Ganna auf seinem Zeitfahrrad
Filippo Ganna verpasste das Gelbe Trikot um 8 Sekunden

Eine andere Tour

Oscar Onley war als Anführer von Netcompany INEOS für die Tour vorgesehen. Ohne ihn rückt das Gesamtklassement für die Briten in den Hintergrund. Erviti will stattdessen die individuellen Stärken – vor allem die großen Motoren – gezielt für Etappenerfolge einsetzen.
„Es ist eine Tour mit einem etwas anderen Ansatz des Teams, weniger auf die Gesamtwertung fokussiert, dafür eher auf Etappensiege und eine andere Art, Rennen zu fahren“, betont er.
Dennoch ist der Kampf ums Gesamtklassement tief in der DNA des Teams verankert. Kehrt man je zur ‚Froome-Ära‘ zurück?
„Wir arbeiten daran, das ist das Projekt. Wir müssen hart weiterarbeiten, denn es ist sehr schwierig“, entgegnet er.
Besonders spannend ist die Aussicht auf Benjamín Noval, nun Junior im zweiten Jahr. Die Werte des 18-Jährigen sind bereits auf WorldTour-Niveau. Die Aufgabe der Briten wird sein, dieses Rohdiamant zum vollwertigen Rundfahrtspezialisten zu formen, der eines Tages mit Tadej Pogacar… oder Paul Seixas mithalten kann.
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