Kasper Asgreen geht bei der Tour de France 2025 mit klaren Ambitionen an den Start. Der dänische Routinier vom Team EF Education–EasyPost peilt wie im Vorjahr Etappensiege an – und hofft dabei erneut auf eine erfolgreiche Ausreißerrolle. Im Gespräch mit CyclingUpToDate zeigte sich Kasper Asgreen zuversichtlich: „Ich habe mich nach dem Giro gut erholt und konnte mich gezielt auf die Tour vorbereiten.“
Asgreen ist einer der wenigen Fahrer im Peloton, die in einem Jahr sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour bestreiten. Die Etappe in Nova Gorica, die er im Mai beim Giro auf beeindruckende Weise gewann, ist sinnbildlich für seinen Stil: kraftvoll, offensiv und mit perfektem Timing.
Ohne Carapaz bleibt Asgreens Fokus unverändert
Durch den Ausfall von Teamkollege Richard Carapaz könnte sich seine Rolle leicht verändern, aber Asgreen bleibt gelassen: „Ich bin ohnehin hierhergekommen, um Etappensiege zu holen. Natürlich hätte ich Richie unterstützt, wenn die Etappen nicht zu meinem Profil passen – jetzt kann ich mich noch fokussierter auf meine eigenen Chancen konzentrieren.“
Besonders in der zweiten und dritten Woche, wenn das Terrain welliger wird, dürfte Asgreen seine Attacken lancieren. Die hügeligen Etappen bieten ideale Voraussetzungen für seine offensive Fahrweise und seine Stärke im Zeitfahren.
Zum Schluss wird der Däne noch auf einen anderen Landsmann angesprochen – Jonas Vingegaard, der erneut im Fokus des Kampfes um das Gelbe Trikot steht. Asgreen antwortet nur mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich denke, er wird gewinnen.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.