Interview: „Ich habe vor dem Rennen allen gesagt: Ihr müsst nicht für mich arbeiten“ – Tom Pidcock überrascht bei Eschborn-Frankfurt mit starkem zweiten Platz

Radsport
Freitag, 01 Mai 2026 um 20:00
Tom Pidcock
Tom Pidcock beendete seine Frühjahrskampagne unerwartet, aber ermutigend mit Rang zwei bei der Ausgabe 2026 von Eschborn-Frankfurt und widersprach damit seinen eigenen Vorerwartungen nach einer späten Entscheidung für den Start in Deutschland.
Der Brite gehörte zur entscheidenden Gruppe, die sich innerhalb der letzten 30 Kilometer absetzte, und sprintete am Ende hinter Sieger Georg Zimmermann auf Platz zwei. Die verkleinerte Spitzengruppe rettete ihren knappen Vorsprung nur hauchdünn vor dem heranrasenden Feld.

„Ihr müsst nicht für mich fahren“… und dann wird’s Platz zwei

„Ich habe vor dem Rennen allen gesagt: Das wird nichts, ihr müsst nicht für mich arbeiten, und dann werde ich trotzdem Zweiter“, sagte Pidcock im Gespräch mit In de Leiderstrui. „Das hat selbst mich ein wenig überrascht, wobei ich in Lüttich wegen eines Defekts im Rennen auch nicht wirklich wusste, wo ich stehe.“
Das Ergebnis stand im Kontrast zu seinen eigenen Erwartungen vor dem Start, zumal vor dem Hintergrund seines jüngsten Rennblocks und der Rückkehr nach einer Verletzung.

„Ich habe mich endlich wieder wie mein altes Ich gefühlt“

„Ich war zum ersten Mal in Frankfurt, ohne wirklich zu wissen, wo ich stehe. Trotzdem haben alle auf uns geschaut und die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht“, erklärte er. „Am letzten Anstieg war ich ziemlich weit hinten, kam aber oben trotzdem nahe der Spitze raus. Nach meinem Sturz habe ich mich endlich wieder wie mein altes Ich gefühlt.“
Dieses Gefühl der Wiederentdeckung war für Pidcock der zentrale Befund. Er hatte nach seinem Sturz früher in der Saison nach einer Bestätigung seines Niveaus gesucht.
„Normalerweise wäre das eine Ruhewoche gewesen, aber ich habe ein bisschen umgestellt. Ich habe mir Zeit für ein paar andere, angenehmere Dinge genommen, aber wenn ich schon in Deutschland war, habe ich das Rennen noch mitgenommen.“

Antworten nach einer schwierigen Phase finden

Über das Resultat hinaus bot der Auftritt in Frankfurt wichtige Rückversicherung nach einer anspruchsvollen Phase mit Ungewissheit und eingeschränktem Training.
„Wir haben in den nächsten Tagen ein Event mit UBS, dort werde ich ein bisschen fahren, aber auch andere schöne Dinge machen. Das ist nötig, denn mental war diese Verletzung deutlich härter als körperlich“, sagte er. „Du denkst ständig darüber nach, wie du dich fühlst, wenn du zehn Tage nicht fahren darfst. Du willst schneller wieder fit werden, aber du kannst es nicht erzwingen. Und gleichzeitig opferst du ohnehin schon so viel für deinen Sport. Jetzt brauche ich erst mal einen klaren Kopf, denn der Sommer wird noch groß.“

Kein Giro, Fokus richtet sich auf den Sommer

Mit dem Abschluss des Frühjahrs und zurückgewonnenem Vertrauen richtet sich der Blick auf das, was als Nächstes kommt. Auf die Frage, ob er beim Giro d’Italia starten werde, antwortete Pidcock kurz und klar: „Nein.“
Nach einer turbulenten Phase seit seinem Sturz war Rang zwei in Frankfurt nicht geplant, liefert aber Klarheit und Schwung für den nächsten Abschnitt seiner Saison.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading