Filippo Ganna räumte ein, dass er sich zur Rennmitte nicht in Bestform fühlte – und fuhr dennoch zu einem dominanten Sieg im
Auftakt-Zeitfahren von Tirreno–Adriatico 2026.
Der Profi von
INEOS Grenadiers stürmte auf dem traditionellen 11,5-Kilometer-Kurs in Lido di Camaiore zum Sieg, stoppte die Uhr nach 12 Minuten und 8 Sekunden und holte Etappenerfolg sowie das erste Führungstrikot. Es war Gannas fünfter Etappensieg bei Tirreno–Adriatico und setzte seine bemerkenswerte Serie im Auftakt-Zeitfahren des Rennens fort.
Trotz des klaren Vorsprungs verriet der Italiener danach, dass die Fahrt alles andere als mühelos war. „In der Mitte fühlte ich mich nicht wirklich gut, aber ich habe weitergedrückt“,
sagte Ganna im Ziel laut Zitaten, die Cycling Pro Net sammelte.
Der kraftvolle Zeitfahrspezialist erklärte, er habe sich in dieser Phase stark auf die Anweisungen aus dem Begleitfahrzeug verlassen. „Normalerweise sitzt Aron im Auto hinter mir, aber er war heute etwas krank, daher war Leonardo dort. Er hat einen richtig guten Job gemacht und mich super unterstützt.“
Wetterbedingungen begünstigten ein schnelles Zeitfahren
Gannas Siegfahrt war nicht nur souverän, sondern auch extrem schnell: Er fuhr auf dem flachen Küstenkurs einen Schnitt von über 56 km/h.
Der Vergleich mit der letztjährigen Etappe unterstreicht das Tempo zusätzlich: Der Italiener war auf demselben Kurs noch schneller als bei seinem damaligen Sieg. „Ich denke, die Wetterbedingungen waren anders“, erklärte Ganna. „Ich erinnere mich nicht genau an den Wind vom letzten Jahr, aber heute war es auf dem Rückweg ins Ziel nach der Wende wirklich, wirklich schnell.“
Der flache Hin-und-zurück-Kurs entlang der toskanischen Küste bot kaum technische Tücken und machte die Etappe zu einem reinen Kräftemessen der stärksten Zeitfahrer im Feld.
Ganna fokussiert auf Etappenerfolg statt Gesamtwertung
Trotz des Führungstrikots nach der ersten Etappe betonte Ganna, dass er Tirreno–Adriatico ohne Ambitionen auf die Gesamtwertung in Angriff genommen habe.
Vielmehr sei der Sieg ein wichtiger Schub fürs Selbstvertrauen auf dem Weg zu den anstehenden Klassikern. „Gestern war ich nur auf heute fokussiert“, sagte er. „Heute Abend konzentriere ich mich darauf, gut zu essen und zu trinken und richtig zu regenerieren.“
„Wie ich gestern gesagt habe, bin ich ohne Ambitionen für die Gesamtwertung hierhergekommen. Ich möchte einfach ein gutes Tirreno fahren und gutes Gefühl für die Klassiker aufbauen.“
Mit dem ersten Etappensieg und dem Führungstrikot auf den Schultern will Ganna nun abwarten, wie sich das Rennen entwickelt. „Dieser Sieg und das gute Gefühl auf dem Rad sind ein sehr guter Start“, fügte er hinzu. „Jetzt werden wir in den nächsten Tagen sehen, wer der Leader sein könnte und was wir im Rennen machen können.“