Mathieu van der Poel prägt den Straßenradsport seit seinem Wechsel wie kaum ein anderer. Seine lange Erfolgsliste beruht jedoch auf mehr als Talent und Professionalität. Eine seiner geheimen Stärken ist seine langjährige Partnerin Roxanne Bertels, die Van der Poel seit Jahren eng begleitet.
„Es ist wirklich schön, mich um ihn zu kümmern, und es ist auch mein Job“, sagt Bertels im Superhlth-Podcast. Dass die Beziehung zu Van der Poel ihr Leben deutlich verändert hat, bestreitet sie nicht: „Im Lauf der Jahre habe ich den sportlichen Lebensstil genauso lieben gelernt wie er – nur nicht auf professionellem Niveau.“
Immer wieder steht sie dabei selbst im Rampenlicht – vor allem, wenn Van der Poel im Ziel begrüßt wird, oft als Sieger. „Es ist ein Privileg, wirklich etwas Besonderes. Aber ich sehe, wie hart er arbeitet. Ich sehe aus der ersten Reihe, wie viel er dafür opfert und wie viel er investiert. Das ist wirklich beeindruckend.“
Und es wird für sie nicht weniger nervenaufreibend, ihn im Rennen zu verfolgen: „Während der Klassiker bekomme ich bei meiner Whoop einen gelben Peak – das heißt, mein Stresslevel ist hoch“, lacht Bertels. „Dann muss alles passen, und man will, dass er in Bestform ist. Das setzt mich automatisch auch ein wenig unter Druck: Er muss gut trainieren, gut essen, gut schlafen.“
Eine zufällige Begegnung
Bertels ist die Tochter des belgischen Wasserski- und Motorbootfahrers Danny Bertels und traf Van der Poel 2018 in Finnland. Sie organisierte dort eine Dienstreise für das Porsche Centre Antwerp.
Der Einfluss des achtfachen Cross-Weltmeisters hat Bertels geholfen, über die Jahre ein gesünderes Verhältnis zum Sport zu entwickeln, auch wenn sie längst nicht so wettkampforientiert ist wie Van der Poel.
„Ich wünschte, ich wäre so zielstrebig wie er. Er gibt in allem im Leben alles. Ich gebe schneller auf und wünschte, das wäre anders. Es stresst mich mehr, wenn ich mit anderen trainieren muss, und ich wünschte, es wäre anders.“
Mitunter schwer, Schritt zu halten
Die Beziehung hat sie zweifellos geprägt: „Die 33-jährige Roxanne würde die 25-jährige Roxanne in allem schlagen.“
Dazu gehört auch das Radfahren – ein Hobby, das sie erst gegen Ende des vergangenen Jahres für sich entdeckt hat: „Ich habe gesagt, ich würde das Radfahren nie lieben, aber das nehme ich zurück. Es hat sich so ergeben, weil ich mir im August eine leichte Hüftverletzung zugezogen hatte. Der Arzt riet mir, mit dem Laufen zu pausieren, also wollte ich es probieren. Die erste Ausfahrt hat keinen großen Spaß gemacht, aber danach war es eigentlich ziemlich cool.“
Ob auf dem Rad oder bei anderen sportlichen Aktivitäten: Auf Van der Poels Rat kann sie stets zählen. „Mathieu hat ein sehr gutes Gespür dafür, was dem Körper guttut. Er gibt mir immer gute Tipps – ob es ums Laufen geht oder um alles andere rund um Gesundheit.“