„Ich will nicht träumen“ – Paul Seixas über Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard und Tour-de-France-Träume

Radsport
Sonntag, 07 Juni 2026 um 12:30
Paul Seixas bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026
Paul Seixas träumt von der Tour de France und plant, am 04.07. an den Start zu gehen. Ihm ist jedoch klar, dass Tadej Pogacar zu entthronen und mit Jonas Vingegaard in die Top zwei zu fahren für seine erste Tour ein gewaltiges Unterfangen ist. Der 19-Jährige nimmt die Herausforderung dennoch an.
Die Entwicklung des Decathlon CMA CGM-Fahrers hat ihn zur neuen Hoffnung des französischen Radsports gemacht. Nach souveränen Siegen bei Eintages- und Etappenrennen in einem starken Frühjahr bereitete sich Seixas im Höhentraining in der Sierra Nevada vor und kehrt für die Tour Auvergne-Rhône-Alpes auf Meereshöhe zurück.
Als traditionelles Warm-up für die Tour de France bestreitet der Teenager am Samstag seine zweite Teilnahme. 2025 wurde er Achter und überzeugte. In diesem Jahr sind die Erwartungen bei Fans und Seixas selbst höher.
Seixas will das Rennen gewinnen, bleibt aber geerdet in seinen Ansprüchen. Er betont, das Rennen als Gradmesser für den Druck und die medialen Anforderungen zu nutzen, die mit dem prestigeträchtigsten Rennen der Welt einhergehen.

Seixas blickt auf die Tour Auvergne-Rhône-Alpes

„Auf der Startliste stehen einige hervorragende Fahrer“, blickte Seixas bei einer Pressekonferenz voraus.
„Es ist eines der größten Etappenrennen des Jahres, sehr prestigeträchtig und für mich noch besonderer, weil es in meiner Heimatregion stattfindet.“
Er ergänzte: „Ich wusste, dass mir das Dauphiné [Tour Auvergne-Rhône-Alpes, Anm.] einen Vorgeschmack darauf geben würde, wie die Tour de France medial abläuft. Auch wenn ich mir immer noch nicht vorstellen kann, wie es bei der Tour sein wird, haben mir die Leute schon gesagt, dass es mich umhauen wird. Ich bereite mich mental darauf vor, und es stört mich nicht. Es gehört zum Spiel.“
Pogacar und Vingegaard stehen am Samstagmorgen nicht am Start. Die Topfavoriten der Tour wählen unterschiedliche Wege bis zum Grand Départ. Pogacar fährt später im Monat die Tour de Suisse, Vingegaard startet nach seinem Giro d’Italia-Erfolg erst wieder bei der Grand Tour. Auch Florian Lipowitz und Remco Evenepoel, die Anführer von Red Bull - BORA Hansgrohe, lassen das Rennen aus.
„Ich hätte mir gewünscht, dass sie hier sind“, gab Seixas zu, als er auf das Fehlen von Pogacar und Vingegaard in dieser Woche angesprochen wurde.

Seixas über Pogacar und Vingegaard

Er fügte hinzu: „Ich fahre gern gegen sie, auch wenn ich Jonas bisher nicht oft getroffen habe. Gegen die Besten zu fahren, ist immer eine Herausforderung und eine Chance, zu wachsen.“
Die unvermeidlichen Fragen zum Bezwingen von Pogacar und Vingegaard werden kommen, doch der 19-Jährige zeigt Demut und Reife. Er gesteht seine Tour-de-France-Ambitionen ein, bleibt aber realistisch und dämpft die Erwartungen an sich selbst.
Er führte aus: „Träumen darf man immer. Aber man muss realistisch bleiben. Ich habe großen Respekt vor ihm und bleibe bescheiden. Das gilt auch für Jonas, wir dürfen ihn nicht vergessen.
„Sie belegen nun seit fünf Jahren die ersten beiden Plätze bei der Tour. Ich bin hier, um mich mit ihnen zu messen, aber solange ich dieses Niveau nicht erreicht habe, will ich nicht zu viel fantasieren.“
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