Matthew Riccitello komplettiert im Juli seine Grand-Tour-Sammlung mit der
Tour de France als letztem Eintrag im Lebenslauf. Und der US-Amerikaner genießt das Erlebnis sichtlich, auch wenn die Folgen eines Sturzes auf der 3. Etappe seine Leistungen in der ersten Woche eingeschränkt haben.
„Seit dem Sturz auf der dritten Etappe fühle ich mich nicht ganz wie ich selbst, aber es wird von Tag zu Tag besser, und gestern hatte ich erstmals wieder positive Beine. Hoffentlich geht es so weiter“, sagte Riccitello gegenüber
Cyclingnews nach der
10. Etappe nach Le Lioran, wo sein Kapitän Paul Seixas Dritter wurde.
Das zählt mit Blick auf die anstehenden Bergetappen umso mehr. Vor allem der Schlussblock wird brutal und sein junger französischer Leader braucht jede Qualität seiner Helfer, um einen Platz auf dem Podium auf den Champs-Élysées abzusichern.
Auch für Riccitello sind die positiven Signale wichtig. Schließlich ist der Fünfte der letztjährigen Vuelta a España nicht nach Frankreich gekommen, um nur einen Haken hinter die Tour zu setzen. „Ich wusste, dass ich mit guter Form ins Rennen gekommen bin, und so eine Form verschwindet nicht einfach. Klar, ein paar Prozent sind nach dem Sturz weg, aber es sollte passen und ich kann Paul in den Hochalpen zur Seite stehen.“
Die Sprintetappen der vergangenen zwei Tage boten dem 24-Jährigen zudem Gelegenheit zur weiteren Erholung, da seine Aufgaben in solchen Finals minimal sind.
„Im Anfahrerzug für Olav kann ich nicht viel beitragen“, sagt er mit einem leichten Grinsen, passend zu seinem reinen Kletterer-Profil. „Das liegt nicht in meinen Eigenschaften, also kann ich mich umso mehr auf die kommenden Tage freuen.“
Olav Kooij gewann die erste Decathlon-Etappe bei der Tour de France 2026
Bei der Tour dreht sich für ihn alles um Paul Seixas. Doch Riccitellos Saison endet hier nicht. Bereits drei Wochen nach dem Tour-Finale kehrt der Amerikaner zur Vuelta zurück und peilt dort mindestens eine Wiederholung seines Erfolgs von 2025 an.
„Die Tour war immer für Paul gedacht, um in den Hochbergen für ihn da zu sein“, erklärt er. „Jetzt gilt der volle Fokus der Tour, aber der Plan ist, zur Vuelta zu gehen und dort auf die Gesamtwertung zu fahren. Aber ja, erst bringen wir das hier zu Ende.“
„Genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“
In Decathlons Tour-Aufgebot stehen insgesamt vier Debütanten der Grande Boucle. Neben den beiden Kletterassen wurden auch Sprinter Olav Kooij und sein Anfahrer Daan Hoole ins kalte Wasser geworfen. Trotz begrenzter Erfahrung und hoher Erwartungen hat sich das Team bislang kaum Fehler geleistet.
„Es wird dem Hype gerecht. Vor dem Rennen hat jeder gesagt, wie viel größer alles ist im Vergleich zu anderen Rennen, und genau so ist es. Es ist eine supercoole Erfahrung“, betont Riccitello, dass die Mannschaft dem Druck standhält.
„Es ist auch die erste Tour für Olav und für Daan [Hoole], also ist es für uns alle neu. Wir machen im Grunde dieselbe Erfahrung zusammen. Das ist etwas Besonderes und wir versuchen, es so gut es geht zu genießen.“