In der vergangenen Woche war aus dem Teambus von Red Bull - BORA - hansgrohe deutlicher Unmut zu hören, nachdem
Remco Evenepoel im Finale der 6. Etappe nicht die erhoffte Unterstützung von seinem Co-Kapitän
Florian Lipowitz fand. Heute zeigte das deutsche Duo ein anderes Gesicht.
Früh ohne Helfer, arbeiteten die beiden im Schlussdrittel der Etappe sauber zusammen, Lipowitz bereitete im letzten Kilometer sogar den Sprint für Evenepoels zweiten Platz an.
Da war die Etappe jedoch längst entschieden. Als Tadej Pogacar 15 Kilometer vor dem Ziel attackierte, konnte niemand dem Mann im Gelben Trikot folgen. Im Handumdrehen baute der Slowene einen Vorsprung von 30 Sekunden auf, den er bis ins Ziel hielt. Für Red Bull blieben Rang zwei und vier.
„Wir haben überlegt, die Lücke zu Pogacar zu schließen, wir hofften noch auf den Sieg. Aber dann bekam ich die Info, dass Remco eine kleine Lücke hatte. In dem Moment saß ich am Hinterrad von Jonas Vingegaard und wusste, dass Remco in der Abfahrt zurückkommen würde. Wir sind auf Platz zwei gefahren und damit müssen wir zufrieden sein“, sagte Lipowitz anschließend bei Sporza.
Obwohl er wusste, dass Evenepoel am Col de Pertus den Anschluss verloren hatte, fuhr Lipowitz zunächst seine Karte, hielt dabei aber den Teamauftrag im Blick und nahm das Tempo in der Verfolgung etwas heraus, um Evenepoels Rückkehr zu ermöglichen.
„Auf Remco warten? Das war keine Option. Ab dem Moment, als ich wusste, dass er abgehängt war, habe ich die Führungsarbeit eingestellt. Mehr konnte ich nicht tun, außer hoffen, dass er zurückkommt, und darüber sind wir froh. Denn so ist es gekommen.“
Remco Evenepoel war nach der 10. Etappe deutlich zufriedener mit der Teamarbeit
Zu seinem eigenen Eindruck bekannte der Deutsche, sich auf der zehnten Etappe sehr stark gefühlt zu haben. „Meine Beine waren die besten der gesamten Rundfahrt bislang. Der Ruhetag hat gutgetan und das ist ein guter Start in die zweite Woche. Mit Remco können wir das Spiel um Gelb wohl nicht mehr mitspielen, denn Pogacar liegt schon vier Minuten vorn. Um Platz zwei ist es aber offen, und wenn wir zusammenarbeiten, hoffe ich, dass wir dafür fahren können.“