Während die Scheinwerfer beim
Duell zwischen Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel bei der
Flandern-Rundfahrt 2026 leuchteten, waren viele der übrigen Top-10-Plätze eines Monuments mit den Favoriten voraus weiterhin offen. Teil dieses Kampfes war Tudors
Rick Pluimers, der auf dem Molenberg erfolgreich den entscheidenden Split mitging. Doch
De Ronde zeigte dem 25-Jährigen am vergangenen Wochenende alles andere als ihr freundliches Gesicht.
Reaktion auf die Hölle von Flandern mit Rick Pluimers
Der Niederländer vom
Tudor Pro Cycling Team hielt lange mit den Besten mit und kam den Molenberg in guter Position über. Aber wie so oft in diesem Rennen setzte die Zermürbung am Ende erbarmungslos zu.
Sichtlich gezeichnet konnte Pluimers im Ziel in Oudenaarde das erlittene Leiden nicht verbergen: „Ehrlich gesagt will ich mich nur hierhinlegen. Ich will nicht mehr aufstehen. Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht, aber irgendwann ging es einfach nicht mehr“, sagte er gegenüber
NOS.
Er benannte den Moment, als der Körper dichtmachte, obwohl er lange mit den Hauptfavoriten unterwegs war: „Ich kam nicht mehr über die Anstiege und alles tat weh. Es war eine echte Odyssee bis ins Ziel, und ich weiß ehrlich nicht, wie ich es geschafft habe. Ich kam nicht mehr vorwärts und alles tat weh. Selbst mit Rückenwind musste ich die Gruppe ziehen lassen, also hoffe ich einfach, dass ich noch aufstehen kann. Nach 220 Kilometern war der Tank leer, ab da war es nur noch Überleben.“
Vom Molenberg zum Kwaremont: wenn alles zerfällt
Mit Beginn der entscheidenden Sektoren wurde das Rennen zum reinen Ausdauertest. Pluimers wurde 66., knapp neun Minuten hinter dem Sieger, nach einer zweiten Rennhälfte, die er knapp zusammenfasste: „Ab dem Kwaremont war es Fegefeuer. Es ist schade.“
Das Leiden war nicht nur physisch. Für angespannte Momente sorgte der Sturz seines Teamkollegen Matteo Trentin mit Schlüsselbeinbruch: „Matteo war noch gut dabei, aber dann ist er gestürzt. Vor allem hoffe ich, dass es ihm gut geht, aber im Moment kann ich das nicht verarbeiten. Irgendwann habe ich Sterne gesehen.“
Rick Pluimers war Teil der entscheidenden Rennbewegung
Der Tag danach: Sofa, Kaffee und Erholung
Nach einem der härtesten Rennen im Kalender hat die Regeneration oberste Priorität. Pluimers skizzierte selbst einen einfachen Plan für den nächsten Tag: „Ich hoffe, ich kann schlafen, dann noch ein bisschen schlafen. Ich wache auf, mache mir einen Kaffee, esse ein gutes belegtes Brot und verbringe den ganzen Tag auf dem Sofa, um mir alles noch einmal anzusehen.“
Sein Bericht gibt einer oft unsichtbaren Realität eine Stimme: dem Fahrer, der nicht um den Sieg sprintet, aber in einem der schwersten Rennen der Welt einen ebenso fordernden Kampf gegen die körperliche Grenze führt.