Enric Mas war auf der 11. Etappe des Giro d’Italia ganz nah am Sieg. Am Mittwoch musste sich der Spanier auf der Zielgeraden jedoch der unbestreitbaren Endschnelligkeit von Jhonatan Narváez geschlagen geben.
Nach einem Tag der zähen Abnutzung und einer mutigen Attacke im Gebirge wirkte der Kapitän des
Movistar Team gefasst. Mas wusste, dass er die Etappe auf den letzten Metern gegen einen explosiveren Gegner nur schwer würde vollenden können.
Mas sucht die Entscheidung vor dem Sprint
Im Bewusstsein seiner Grenzen im engen Finale gegen Narváez schilderte Mas die entscheidende Phase und seine wiederholten Versuche, den Rivalen noch vor der Ebene abzuschütteln.
Enric Mas attackierte auf der 11. Etappe des Giro d’Italia mehrfach, musste sich im Sprint aber Jhonatan Narváez geschlagen geben
„Ich wusste, dass Narváez im Sprint schneller ist, aber ich musste es versuchen“, sagte der Spanier nach der fordernden Etappe bei Eurosport.
Trotz unablässiger Attacken in den Schlusskilometern, mit denen Mas einen Sprint vermeiden wollte, verpufften seine Vorstöße auf den letzten Rampen gegen den Widerstand des Ecuadorianers.
„Ich konnte ihn nicht loswerden“, gestand Mas schonungslos.
Zugleich erklärte er, warum es für ihn so schwierig war, Narváez entscheidend zu distanzieren. Die enge Bewachung machte jeden Bluff nahezu unmöglich.
„Es war unmöglich, vor allem, wenn ich von vorn fahren musste“, sagte Mas.
Movistar leidet unter schwieriger Woche
Das bittere Beinahe-Ergebnis fällt in eine harte Woche für das Movistar Team bei der diesjährigen Corsa Rosa. Gesundheitliche Rückschläge haben die Teamstärke geschwächt und zentrale Ziele zunichtegemacht.
Der Mallorquiner nutzte das Etappenfinale, um die internen Probleme des Teams zu skizzieren. Dabei offenbarte er körperliche Schwierigkeiten, die seine Chancen im Kampf um das Podium direkt untergraben haben.
„Wir durchleben eine schwierige Woche mit einem Virus, der uns alle erwischt, und ich bin aus dem GC raus“, sagte Mas der Presse.
Damit erklärte er seinen Rückstand auf die Topfavoriten und den taktischen Schwenk hin zu Ausreißerchancen.
Trotz des Stachels des zweiten Platzes klang Mas mit Blick auf das Finale des Giro d’Italia 2026 ungewohnt zuversichtlich. Ohne den Kampf um die Gesamtwertung könnten sich für ihn weitere Tage wie dieser öffnen – mit neuen Chancen aus der Fluchtgruppe.