„Ich hoffe wirklich, dass er ein Monument gewinnt“ – Scheidender Teamchef Luca Guarcilena über die Bedeutung von Mads Pedersen für Lidl-Trek

Radsport
Freitag, 05 Juni 2026 um 12:00
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Luca Guercilena ist eine der Schlüsselfiguren bei Lidl-Trek, ein Manager, der seit über einem Jahrzehnt im Team ist und maßgeblich daran mitgewirkt hat, die Mannschaft zu einem der Top-Teams des Sports aufzubauen. Er hat über die Führungsqualitäten von Mads Pedersen und seinen größten Rückschlag gesprochen.
Zwar kann das Team derzeit auf mehrere Leitwölfe wie Jonathan Milan, Giulio Ciccone, Derek Gee und Juan Ayuso setzen; doch Pedersen wurde vor allem innerhalb der deutschen Struktur geprägt und zum absoluten Kapitän entwickelt.
Als aufstrebender Klassikerfahrer und Sprinter schockte er 2019 die Radsportwelt mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Yorkshire. In den Jahren danach steigerte er sich jedoch noch weiter.
„Was ich schätze, ist, dass er schon in seinen ersten Jahren im Team, als er noch jung war, selbst als er Weltmeister wurde, immer jemand war, der bereit war, anderen zuzuhören, aber auch stets seine eigene Meinung klar äußerte“, räumte Luca Guercilena ein. „Er war nie aggressiv, immer sehr gradlinig und sehr klar.“
Die Jagd des Dänen auf ein Monument ist das große verbleibende Karriereziel, muss jedoch mindestens um ein weiteres Jahr warten. Für Guercilena ist dies „der eine, der entwischt ist“, sein größtes Bedauern. „Dass es uns nicht gelungen ist, mit Mads ein Monument zu gewinnen.“

Ein Anführer auf und neben dem Rad

Der italienische Manager wird diese Chance nicht mehr erhalten, denn er verlässt das Team nach der Tour de France. Das ist Teil des großen Umbruchs der Mannschaft, in dessen Zuge Andy Schleck CEO wird und kein Geringerer als Grischa Niermann von Team Visma | Lease a Bike neuer General Manager der Equipe.
Niermann übernimmt die Rolle Guercilenas und wird mit Mads Pedersen zusammenarbeiten. Der Däne ist, wie der Manager betont, trotz seiner Ambitionen ein exzellenter Anführer.
„Wenn man seine Enttäuschung oder seine Ideen ruhig gegenüber dem Management formuliert, entsteht plötzlich gegenseitiger Respekt. Natürlich musste ich ihm manchmal sehr deutlich Nein sagen, und er ist damit stets sehr fair umgegangen.“
„Wenn es einen Moment gab, in dem ich der gesamten Fahrerschar eine klare Botschaft vermitteln musste, wusste ich, dass ich auf ihn zählen konnte. Und er hat immer eher zugunsten des Teams als für sich selbst gehandelt.“
Sein Versuch, ein Monument zu gewinnen, wurde von einer Generation von Seriensiegern wie Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar erschwert, doch die Hoffnung bleibt bestehen.
In diesem Frühjahr fuhr er trotz eines schweren Sturzes Anfang Februar, der seine Vorbereitung deutlich beeinträchtigte, noch in die Top 5 bei der Flandern-Rundfahrt und auf Platz sieben bei Paris–Roubaix.
„Ich hoffe wirklich, dass er ein Monument gewinnt, ob ich nun dabei bin oder nicht, denn er hat es sich wirklich verdient“, schloss Guercilena.
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