Was als kurzer, kontrollierter Wiedereinstieg ins Renngeschehen gedacht war, wird nun umfangreicher. Während
Red Bull - BORA - hansgrohe ihre Saison 2026 in Gang bringen, hat
Remco Evenepoel sein Challenge-Mallorca-Programm verlängert und zwei zusätzliche Renntage hinzugefügt – eine Entscheidung, die ebenso sehr dem Bauchgefühl wie der Planung folgt.
Evenepoel erweitert Mallorca-Programm für Formtest bei Red Bull
Ursprünglich wollte Evenepoel nur am Donnerstag den
Trofeo Ses Salines bestreiten, um im Mannschaftszeitfahren frühe Saisonkilometer mit Blick auf die Tour de France zu sammeln.
Stattdessen wird er nun auch am Freitag beim
Trofeo Serra de Tramuntana und am Samstag beim
Trofeo Andratx starten und aus einem einzelnen Einsatz einen dreitägigen Rennblock machen.
„Das war nicht der Plan, aber die Wettervorhersage sieht gut aus“, erklärte Evenepoel Daniel Benson. „Und wenn ich schon hier bin, kann ich auch mehr fahren als nur ein 25-minütiges Mannschaftszeitfahren.“
Rennen statt Zurückhaltung als Leitmotiv für den Saisonstart
Die Entscheidung folgt einem bekannten Muster in Evenepoels Herangehensweise. Zwar lag der Fokus der Woche zunächst klar auf dem Mannschaftszeitfahren und dessen Relevanz für den Juli, doch der Belgier setzt lieber auf Rennrhythmus als auf Zurückhaltung.
„Diese zusätzlichen Rennen geben mir die Möglichkeit, mich zu testen“, sagte er. „Ich bin der Fahrertyp, der durchs Rennen besser wird.“
Mallorcas Terrain spielt in dieser Überlegung eine Rolle. Die welligen, punchigen Strecken bieten wiederholte Belastungen ohne den anhaltenden Druck einer großen Rundfahrt, während der
Trofeo Andratx–Pollença am Samstag den Puig Major ins Spiel bringt – ein langer Anstieg, der einen tieferen physischen Check erlaubt.
„Am Samstag hast du mit dem Puig Major auch einen langen Anstieg“, ergänzte Evenepoel. „Ich finde hier von allem etwas und hoffe, Antworten darauf zu bekommen, wie mein Winter gelaufen ist.“
Frühe Zeichen der Abstimmung bei Red Bull
Evenepoels erweitertes Programm fügt sich zudem gut in das ein, was sich andernorts im Team bereits abzeichnet. Anfang der Woche beschrieb Florian Lipowitz die Challenge Mallorca als ersten Schritt eines gemeinsamen Tour-Projekts, wobei das Mannschaftszeitfahren als frühe Generalprobe für den Grand Départ in Barcelona dient. Evenepoels Entscheidung, Renntage hinzuzufügen, verstärkt dieses Momentum statt Vorsicht walten zu lassen.
Für Red Bull stehen zu diesem frühen Zeitpunkt nicht die Ergebnisse im Vordergrund, sondern Erkenntnisse. Der Mallorca-Block liefert Antworten zu Form, Rennbelastung und zum Gefühl der Schlüsselakteure innerhalb der neuen Struktur. Dass Evenepoel mehr statt weniger fährt, passt zu dieser Philosophie.
Von Dringlichkeit oder äußerem Druck ist nichts zu spüren. Vielmehr wirkt es wie ein Fahrer, der sich in einem neuen Umfeld so wohl fühlt, dass er Pläne allein nach Gefühl anpasst. Wenn die Red-Bull-Ära auf Selbstvertrauen, Klarheit und Momentum basieren soll, ist Evenepoels Mallorca-Verlängerung ein kleines, aber aussagekräftiges Signal für den Start dieses Kapitels.