„Ich habe mich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert“ – Florian Lipowitz bringt Tadej Pogacar ans Limit

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 03 Mai 2026 um 17:57
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Die Tour de Romandie 2026 stand ganz im Zeichen von Tadej Pogacar, der die Rundfahrt dominierte. Doch hinter dem Weltmeister blieb der Abstand überschaubar – vor allem dank Florian Lipowitz, der zu jenem Rennen zurückkehrte, bei dem er sich vor zwei Jahren erstmals ins Rampenlicht gefahren hatte, und daraus spürbar Motivation zog. Besonders auf der Schlussetappe setzte er Pogacar unter Druck.
Bereits auf der 1. Etappe konnte Lipowitz dem Tempo des Slowenen am Anstieg nach Ovronnaz folgen. Auf der 4. Etappe verlor er zwar etwas an Boden, blieb nach den drei Überquerungen des Jaunpasses jedoch in Schlagdistanz. Pogacars Vorsprung von 35 Sekunden verschaffte ihm eine komfortable Ausgangslage, doch angesichts einiger zusätzlicher Belastung aus den Klassikern durfte sich der Weltmeister keine Schwäche erlauben.

Lipowitz attackiert mutig – Pogacar hält stand

Das Team Red Bull - BORA - hansgrohe setzte zunächst auf den Etappensieg und brachte mit Jan Tratnik und Finn Fisher-Black Fahrer in die Spitzengruppe. Doch UAE Team Emirates - XRG und Bahrain Victorious vereitelten dieses Vorhaben, sodass die Verantwortung im Finale bei Lipowitz lag.
Florian Lipowitz setzt Tadej Pogacar am Schlussanstieg der Tour de Romandie 2026 unter Druck und überzeugt mit Rang zwei in Gesamtwertung und Etappe
Florian Lipowitz setzt Tadej Pogacar am Schlussanstieg der Tour de Romandie 2026 unter Druck und überzeugt mit Rang zwei in Gesamtwertung und Etappe
„Der Plan war, einfach Tadejs Hinterrad zu halten. Aber ich fühlte mich den ganzen Tag richtig gut. Als wir in die letzten fünf Kilometer gingen, dachte ich, es gibt nichts zu verlieren“, sagte Lipowitz im Anschluss gegenüber CyclingPro.net.
Der Deutsche präsentierte sich über die gesamte Rundfahrt hinweg in starker Form. Mit dem sicheren zweiten Platz im Gesamtklassement im Rücken suchte er im Finale mehrfach die Offensive. Er konnte das restliche Feld entscheidend distanzieren – doch Pogacar blieb stets an seinem Hinterrad. Im Sprint setzte sich der Slowene schließlich durch, allerdings nicht ohne großen Widerstand.
„Auf der Zielgeraden habe ich einfach versucht, wie vor zwei Jahren, vom Fuß des letzten Kickers voll durchzuziehen“, erklärte Lipowitz. Auch Pogacar bestätigte später: „Es war ein Kampf bis zur Ziellinie.“
Am Ende belegte Lipowitz Rang zwei auf der Etappe und in der Gesamtwertung. „Ich denke, ich kann superhappy und stolz sein, wie diese Woche lief.“ Trotz des verpassten Sieges kann er aus dem geringen Rückstand auf Pogacar viel Selbstvertrauen schöpfen.
Diese Leistung stärkt zugleich seine Argumente für eine Kapitänsrolle bei der Tour de France innerhalb von Red Bull - BORA - hansgrohe – insbesondere, da Remco Evenepoel in den direkten Duellen mit Pogacar bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich nicht mithalten konnte.
„Ich denke, er war auch ziemlich am Limit. Aber ich war einfach sehr glücklich, bei ihm zu sein und die Chance zu haben, mit ihm zu konkurrieren“, sagte Lipowitz. „Chapeau an ihn für einen weiteren Sieg. Trotzdem bin ich super stolz darauf, wie wir heute gefahren sind.“

Auf dem Weg zur Tour de France in Bestform

Nach Podiumsplätzen bei der Volta a Catalunya, der Itzulia Basque Country und der Tour de Romandie – jeweils gegen Topfahrer wie Jonas Vingegaard, Paul Seixas und Pogacar – kann Lipowitz auf ein starkes Frühjahr zurückblicken. Konstanz, Topform und ein störungsfreier Rennverlauf sprechen für eine positive Entwicklung in Richtung Saisonhöhepunkt.
„Seit Katalonien lief es trainingsmäßig ziemlich gut, und von Rennen zu Rennen fühlte ich mich besser. Definitiv habe ich im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt gemacht. Wir müssen einfach das fortsetzen, was wir tun“, erklärte er. Mit der Tour Auvergne - Rhône Alpes steht ein weiterer wichtiger Formtest bevor, auch wenn die bisherigen Leistungen bereits überzeugen konnten.
Zunächst stehen jedoch Regeneration und ein Höhentrainingslager auf dem Programm. „Ich freue mich darauf, ein bisschen zu regenerieren. Dann bauen wir Richtung Tour auf. Sicher geben diese drei Podien zusätzliches Selbstvertrauen.“
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