Die Leistung der Verfolgergruppe bei der
E3 Saxo Classic 2026 sorgt weiterhin für Kritik, kaum jemand formuliert sie schärfer als
Patrick Lefevere. Der Routinier machte keinen Hehl aus seiner Verwunderung über den Rennverlauf, vor allem über die Reaktion – oder vielmehr das Ausbleiben davon – auf den Angriff von
Mathieu van der Poel.
In seiner Kolumne in
Het Nieuwsblad kam Lefevere direkt zur Sache: „Ich habe die Nachführarbeit, oder besser die fehlende, überhaupt nicht verstanden.“
Für Patrick Lefevere lag das Problem nicht in der Spitzengruppe, die zumindest eine gewisse Abstimmung zeigte, sondern im Geschehen dahinter. Das Peloton wirkte weit davon entfernt, eine effektive Verfolgung aufzuziehen, chaotisch und unorganisiert.
„Warum nicht mit fünfzehn Mann Vollgas fahren?“ Aus seiner Sicht fehlte die kollektive Antwort auf eine Situation, die genau das Gegenteil verlangte: Geschlossenheit und klare Taktik.
Individualismus im modernen Radsport
Der ehemalige belgische Teamchef geht weiter und sieht einen Mentalitätswandel im Peloton als eigentliche Ursache. „Das sind zu sehr Einzelprojekte geworden. Fahrer und Teams schauen zu stark auf ihre eigenen Chancen, statt gemeinsam eine klare Nachführarbeit zu organisieren.“
Eine Lesart, die seiner Meinung nach erklärt, warum Angriffe wie der von Van der Poel durchkommen.
Zweifel an der Rolle des Begleitwagens
Lefevere hebt auch die Entscheidungen im Rennen hervor und stellt den Einfluss der Sportlichen Leiter infrage. „Entscheiden die Fahrer selbst oder das, was sie über den Knopf im Ohr hören?“
Er deutet zudem an, dass ständiges gegenseitiges Beobachten zwischen den Teams jede gemeinsame Initiative blockiert. „So funktioniert das gegen diese Jungs nicht.“
Seine Überlegungen schließen auch Tadej Pogacar ein, einen weiteren der aktuell dominanten Fahrer.
Warnung für Flandern
Mit Blick auf die Flandern-Rundfahrt richtet Lefevere eine klare Warnung an das Peloton. „Es ist nicht verloren, wenn sie früh gehen, aber dann müssen alle fahren.“
Seine Botschaft ist unmissverständlich: Ohne echte Zusammenarbeit wird es nahezu unmöglich, Fahrer wie Mathieu van der Poel zu stoppen.